Schnappschuss von einem hochinteressanten Vortrag, den Bernold Feuerstein am vergangenen Freitag gehalten hat.
Es ging um „Frühe Kirchen im Niederlahngau“. Die Informationen wurden – wie vom Referenten gewohnt – sehr anschaulich und lebhaft vorgetragen, und die Darstellung erfolgte anhand sehr eingängiger graphischer Übersichten. Die Ausführungen basierten auf eigenen Überlegungen Bernold Feuersteins, stellten aber auch ausdrücklich eine Hommage an den kürzlich verstorbenen Kirchenhistoriker Matthias Theodor Kloft dar und verwerteten dementsprechend auch von ihm generierte Erkenntnisse.
Bernold Feuerstein zog zunächst die „üblichen Verdächtigen“ heran, wenn es darum geht, alte Kirchen und Kirchstandorte einzuordnen: (bau-)archäologische Erkenntnisse, schriftliche Überlieferung, Patrozinien, Ortsnamen etc.
Teilweise neu war für mich, was er dann zum Thema „Horizontastronomie“ sagte. Die Ostung der mittelalterlichen Kirchen bedeutete, dass die Apsis in Richtung des Sonnenaufgangs ausgerichtet war. Aber die Sonne geht jeden Tag des Jahres an einem anderen Punkt des Horizonts auf. In vielen Fällen ist der Sonnenaufgang an Ostern maßgebend, wobei der sich auch über mehrere Wochen hinweg erstreckt. Da gibt es verschiedene Optionen, um die es hier aber nicht gehen soll.
Mir war völlig neu, dass auch der Sonnenaufgang am Gedenktag des Kirchenpatrons herangezogen werden kann. Deshalb ist beispielsweise der Wiener Stephansdom mit Stichtag 26.12. geostet. Man kann also unter Umständen an der Ausrichtung der Kirche ihren Patron (oder den eines Vorgängerbaus) ablesen. Und jetzt kommt die Weltneuheit: Ihrer Ausrichtung nach könnte die Lubentiusbasilika auf eine frühere Georgskirche zurückgehen.
