Freitag, 26. Juni 2026

Bürgermeisterwahl 2027: CDU äußert sich zur Kandidatenfrage

Gestern haben wir hier gefragt, wann denn die Limburger CDU gedenkt, einen Kandidaten für die in weniger als einem Jahr stattfindende Bürgermeisterwahl aufzustellen. Daraufhin hat der Vorsitzende der CDU Limburg-Kernstadt, Tobias Herbst, folgendes Statement abgegeben:
 
"Die CDU befindet sich aktuell noch in Gesprächen mit mehreren potenziellen Bürgermeisterkandidaten. Dass sich mehrere geeignete Personen eine Kandidatur vorstellen können, ist keine Selbstverständlichkeit und bietet die Chance, die bestmögliche Wahl für unsere Stadt zu treffen. Deshalb nehmen wir uns die notwendige Zeit für diesen Prozess. Sobald eine Entscheidung getroffen ist, werden wir diese selbstverständlich bekannt geben und dann wird noch genügend Zeit sein, dass er oder sie sich vorstellt.
In diesem Zug sollte man auch fragen, wann der aktuelle Bürgermeister sich zu seiner Kandidatur (oder auch nicht) äußert, sollte nach der Kommunalwahl geschehen."
 

 

Donnerstag, 25. Juni 2026

Bürgermeisterwahl 2027: Stellt die CDU (k)einen Kandidaten auf?

In weniger als einem Jahr, am 6. Juni 2027, soll die Limburger Bürgermeisterwahl stattfinden. Ob Dr. Marius Hahn noch einmal antritt, hat er bisher offen gelassen. Dass ein Amtsinhaber sich ein bisschen bitten lässt, bevor er seine Kandidatur erklärt, ist nicht ungewöhnlich.
 
Sehr ungewöhnlich hingegen ist, wie viel Zeit sich die CDU dafür nimmt, einen Herausforderer zu benennen. Nach den überlieferten Regeln der Wahlkampfkunst braucht ein Aspirant auf die Rathausspitze mindestens ein Jahr, um sich bei den Wählern so bekannt zu machen, dass er wenigstens eine Chance hat, einen etablierten Bürgermeister (Dr. Hahn ist seit 2015 im Amt) vom Thron zu stoßen. Gerade die bevorstehende Sommerpause wäre eine gute Gelegenheit, mit Vor-Ort-Terminen und intensiver Öffentlichkeitsarbeit auf den CDU-Kandidaten aufmerksam zu machen. Allein, einen solchen gibt es noch nicht.
 
Nach Limblog-Informationen sind mindestens zwei Christdemokraten im Gespräch, die in der Kommunalpolitik etabliert, in Limburg verwurzelt und außerhalb der hauptamtlichen Politik beruflich erfolgreich sind. Daneben kommt auch noch der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Christian Wendel, insbesondere nach seinem sensationell guten persönlichen Ergebnis bei der Kommunalwahl, als „Joker“ in Frage. 
 
Derjenige, der es am Ende wird, tritt in die Fußstapfen von Michael Stanke (CDU-Kandidat 2015) und Stefan Laux (CDU-Kandidat 2021). Für Dr. Marius Hahn wäre es die vierte Bürgermeisterwahl: Vor seinen beiden Siegen 2015 und 2021 ist er 2009 dem damaligen Amtsinhaber Martin Richard unterlegen.



Mittwoch, 27. Mai 2026

Aktuelle Beschlüsse des Ortsbeirates

 Der Ortsbeirat Limburg-Innenstadt hat mit seiner zweiten Sitzung am 26.5. die inhaltliche Arbeit aufgenommen. Hier ein paar Highlights der Beschlüsse:

[1] Das „Paradies“ (=der Grünzug entlang des Großbaches von Blumenrod entlang des Sandweges bis zu Holzheimer Straße, in diesem Fall zzgl. einer Fläche am Stephanshügel) soll aufgewertet werden. Einem entsprechenden Plan des Magistrates stimmte der Ortsbeirat zu. Es wird bessere Wege, schönere Spiel- und Aufenthaltsflächen, eine umfangreichere Beleuchtung und nicht zuletzt – für Limblog das Highlight – eine Teilrenaturierung des derzeit weitgehend verrohrten Großbaches geben. Der Maßnahmenkatalog soll über die kommenden Jahre schrittweise umgesetzt werden.

[2] Im Rahmen des Quartiersprojektes Südstadt bekommt Blumenrod eine „Babbelbank“. Was das ist? Lassen Sie sich überraschen.

[3] In Limburg werden, insbesondere rund um Schulen, Kindergärten, Spielplätze sowie Sportstätten umfangreiche Cannabis-Verbotszonen ausgewiesen. Auch diesem Plan der Stadtverwaltung erteilte der Ortsbeirat seinen Segen.

[4] Der Ortsbeirat bittet den Magistrat, die folgenden Projekte bei der Aufstellung des Haushaltes für 2027 zu berücksichtigen: Neugestaltung des Bischofsplatzes, Teilverschattung des Europaplatzes, Bepflanzung des Kornmarktes, Anlagestellen für Kanu oberhalb des oberen und unterhalb des unteren Wehres, jeweils am Innenstadtufer, Neugestaltung der Grillhütte Blumenrod

 
Alle Beschlüsse fielen in einem breiten parteiübergreifenden Konsens.



Mittwoch, 15. April 2026

Limburg-Kernstadt: Schermert bleibt Ortsvorsteher

Sascha Schermert, der das Amt bereits in der vergangenen Wahlperiode ausgeübt hat, bleibt Ortsvorsteher der Limburger Kernstadt. Das hat der 13-köpfige Ortsbeirat einstimmig entschieden. Parteiübergreifend wurde Schermerts fachkundige, sachorientierte und unparteiische Wahrnehmung des Amtes gelobt. Schermert kündigte in seinen Dankesworten an, weiterhin alles dafür zu tun, dass das kollegiale Miteinander im Ortsbeirat auch in den kommenden Jahren erhalten bleibt.

Der 43-jährige Sascha Schermert, der dem Ortsbeirat seit 2016 angehört, ist ein Vertreter der in der Politik eher seltenen Gattung der selbständigen Handwerksmeister: Als verheirateter Vater von zwei Kindern, ist er Inhaber eines Bestattungsinstitutes und besitzt als Schreiner- und Bestattermeister gleich zwei Meisterbriefe. Außerhalb der Kommunalpolitik engagierte er sich früher beim Deutschen Roten Kreuz sowie der Feuerwehr. Er ist aktiver Sportschütze, begeisterter Sportbootfahrer und leidenschaftlicher Camper.

Zu Schermerts Stellvertretern wurden, ebenfalls einstimmig, Dario Tripoli (SPD) und Jan-Philipp Gürtler (Bündnis90/Die Grünen) gewählt.

 


 

Donnerstag, 2. April 2026

Immobilienpreise im Landkreis bis 2023 real rückläufig?

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Das gilt nicht zuletzt für die Immobilienpreise, die sich auf einem Markt mit vielfältigen strukturellen Besonderheiten bilden. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat es trotzdem gewagt, auf Landkreisebene eine Prognose bis 2035 zu erstellen. Für unseren Landkreis kommt ein jährlicher realer Preisrückgang von bis zu einem Prozent raus. „Real“ bedeutet: nach Abzug der Inflation. Wenn also die Immobilienpreise nominal um zwei Prozent steigen, die Inflationsrate aber 2,5% beträgt, bedeutet das einen Preisrückgang um 0,5%.

 

An ein solches Ergebnis schließen sich natürlich viele Fragen an, zum einen zur Methodik (die auf der Website des Institutes beschrieben wird), zum anderen zu den der Prognose zugrundeliegende Annahmen (beispielsweise bzgl. Migration und Zinsniveau). Ganz generell muss hinterfragt werden, wie sinnvoll solche Zahlen sind, wenn sie weder die Lage noch den Immobilientyp berücksichtigen. Zwar ist eine Prognose auf Landkreisebene schon sehr feingliedrig, aber ein Einfamilienhaus in Möttau aus den 1960er Jahren hat mit einer Neubau-Penthouse-Wohnung in Limburg nur wenig gemeinsam.

 

Trotzdem gilt: Ohne Prognosen sind in der Gegenwart keine Entscheidungen möglich. Die IW-Studie ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, aber trotzdem ein wichtiger Baustein für alle, die sich eine Meinung über den hiesigen Immobilienmarkt bilden wollen.

 

Link: www[PUNKT]iwkoeln[PUNKT]de/studien/pekka-sagner-warum-sich-regionale-maerkte-staerker-auseinanderentwickeln.html

 

 


Mittwoch, 1. April 2026

Baubeginn 1.4.2027: Limburger Priesterseminar wird Wohnpark für Einkommensschwache

In der Limburger Brückenvorstadt tut sich was: Das Bistum Limburg gibt das Priesterseminar auf – in dem Gebäude selbst und auf dem umliegenden Gelände (insgesamt 1,5 Hektar) werden in mehreren Bauabschnitten etwa 140 Wohneinheiten entstehen. Die Wohnungen sollen in erster Linie Einkommensschwachen zur Verfügung gestellt werden. Der Fokus liegt dabei auf Ein-Zimmer-Apartments für Singles und Wohnungen mit vier und mehr Zimmern für Familien. Der erste Spatenstich ist für heute in einem Jahr, also am 1.4.2027, geplant.

 

Ein Sprecher des Bistums teilte mit, die katholische Kirche in Ihrer Gesamtheit, aber insbesondere auch das Bistum Limburg, habe sich in der Vergangenheit allzu oft damit begnügt, gesellschaftliche Probleme per Gremien-Resolution anzuprangern und „die Politik“ bzw. „die Wirtschaft“ dafür verantwortlich zu machen. „Wir waren Resolutionschristen – jetzt wollen wir resolute Christen werden“, so das Bistum in einer Mitteilung wörtlich.

 

Es gebe keinen einzigen nachvollziehbaren Grund dafür, dass eine Institution wie die Kirche Sahnestücke wie die Priesterseminarimmobilie horte. Damit sei jetzt Schluss. Gleichzeitig sollen diejenigen Gebäude, die im Kircheneigentum verbleiben, vermehrt für die Unterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen genutzt werden. Entsprechende Gespräche mit den Sozialministerien von Hessen und Rheinland-Pfalz seien gerade angelaufen. Für die Verhandlungen hat das Bischöfliche Ordinariat eine siebenköpfige Arbeitgruppe mit der Bezeichnung "Projekt Mt 19,21" eingerichtet. Erste Ergebnisse sollen am 15. November 2026 vorliegen.

 


 

Freitag, 27. März 2026

Die derzeitige Diskussion über die Spritpreise ist maßlos übertrieben

Die derzeitige Diskussion über die Spritpreise ist maßlos übertrieben. Sicher gibt es Einzelne, die hart getroffen sind. Das rechtfertigt aber kaum die aktuelle Hysterie. Der Benzinpreis ist inflationsbereinigt auf keinem exorbitant hohen Niveau und die krisenbedingte Differenz zum Normalniveau spielt auch (individuelle Ausnahmen gibt es natürlich) keine besonders große Rolle als Anteil an den Ausgaben der privaten Haushalte. Ein Land, dessen Bewohner ihre Kinder mit dem Auto in die Schule bringen, für um 10 Cent billigeren Joghurt durch den halben Landkreis fahren und die Brötchen sonntags mit dem SUV holen, hat noch viele Möglichkeiten, Sprit zu sparen.
 
P.S.: Das Foto zeigt den täglichen Elterntaxi-Wahnsinn vor einer Limburger Grundschule. Jeder weitere Kommentar erübrigt sich.