Samstag, 30. Januar 2021

Ein neues Printmedium...

...werden die Limburger heute in ihren Briefkästen bzw. Zeitungsrollen finden: Die erste Ausgabe der Zeitung „Limburger Perspektiven“ (LP). Die LP stellen eine absolute Innovation auf dem Markt der Printmedien dar. Sie werden von einem unabhängigen Verlag mit einer unabhängigen Redaktion erstellt, dies allerdings auf Anregung und Bitte des Bürgermeisterkandidaten Stefan Laux. Laux will so Transparenz über seine Ziele für Limburg und seine Person herstellten.

Der 51-Jährige legt Wert auf die Tatsache, dass er keinen einzigen der Beiträge genehmigt bzw. – wie es im Zeitungsdeutsch heißt – „freigegeben“ hat. Ihm liege an einem unverstellten Blick von außen auf Limburg, die Stärken und Schwächen der Stadt sowie das Programm des Kandidaten Laux. Zudem sei es das erklärte Ziel der LP-Macher, in jeder Ausgabe möglichst viele Limburger direkt zu Wort kommen zu lassen.

Die Themen der aktuellen LP:

  • Die Limburger wollen Sicherheit und Sauberkeit. Das bestätigt eine aktuelle Forsa-Umfrage, über die die LP berichten.
  • Was erwarten die Limburger von einem idealen Bürgermeister?
  • Die Zukunft der Innenstadt nach Corona
  • Aufwertung der Limburger Grüngebiete (u.a. „Stadtpark Lahn“, Mehrgenerationenpark Offheim, Greifenberg)
  • Wie kann man den Reiz der Ortskerne zum Vorschein bringen?


Und es gibt eine Straßenumfrage zum „Wahlkämpfer Laux“. Dessen Herangehensweise beschreiben die befragten Limburger unisono als „zupackend“, „kreativ“ und „menschennah“. Laux bestimme seit Monaten die Agenda der politischen Debatte in der Stadt. Dazu das Limburger bzw. Offheimer Urgestein Kai Diefenbach: „Laux bewegt vieles, obwohl er noch gar nicht Bürgermeister ist.“

Die elektronische Version der Limburger Perspektiven gibt es hier.


 

Donnerstag, 28. Januar 2021

Plädoyer für eine ENTdigitalisierung der Grundschulen

Die Corona-Krise hat die Digitalisierung der Schulen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Schon seit Jahren versuchen interessierte Kreise, die angebliche Notwendigkeit einer stärkeren IT-Ausrichtung und –Basierung des Bildungswesens herbeizureden. Limblog meint: Zumindest die Grundschulen brauchen nicht mehr, sondern weniger Digitalisierung. Dazu sieben Thesen:

 
[1] Spätestens seit der berühmten „Hattie-Studie“ ist wissenschaftlich untermauert, was der gesunde Menschenverstand schon seit der Antike weiß: Im Mittelpunkt jedes Bildungsprozesses muss der Lehrer stehen. Nicht die Technik. Nicht die Kultusbürokratie. Nicht die Frage Dreigliedrigkeit vs. Gesamtschule. Der Lehrer.
 
[2] Lernen ist ein emotionaler Prozess. Der Satz des Pythagoras und die unregelmäßigen Verben des Englischen werden besser verstanden und erinnert, wenn ihre Vermittlung mit Emotionen verknüpft sind. Jeder kennt Lehrer, von denen die Klasse begeistert war. Diese Begeisterung hat nicht deren fachliche Qualifikation ausgelöst, sondern die perfekte Mischung aus Empathie und Ausstrahlung einerseits und Konsequenz und Strenge andererseits. Solche Lehrerpersönlichkeiten kann kein Computer ersetzen. Und keine Technik der Welt kann die Emotionen transportieren, die solche Persönlichkeiten ausstrahlen.
 
[3] Es stimmt, dass die Informationstechnologie die Schlüsseltechnologie der Gegenwart und der Zukunft ist. Jeder junge Mensch muss darauf vorbereitet werden, mit dieser Schlüsseltechnologie umzugehen und sie idealerweise sogar selbständig weiterzuentwickeln. Die Frage (für die Grundschulen) ist nur, WIE man Kinder darauf am besten vorbereitet. Jeder spätere Erfolg – ob als Handwerker, IT-Experte, Hausmann oder Wissenschaftler – setzt (in dieser Reihenfolge) Empathie, Kreativität und Intelligenz voraus. Dafür brauchen wir keine „Laptop-Klassen“. 
 
[4] Empathische, kreative und intelligente Erwachsene haben dem Lehrer in ihrer Kindheit nicht beim Rumwischen auf einem Smartboard zugeschaut. Sie haben den Spunk gesucht, schöne Klassenausflüge gemacht und sich beim Betrachten der Wildgänse am Himmel gefragt, ob da nicht vielleicht doch ein Däumling mit seinem Hamster mitfliegt.
 
[5] Wer Kinder mit Computer-Algorithmen vertraut machen will, sollte ihnen im Grundschulalter die Zeit geben, sich mit den für sie wirklich relevanten Algorithmen zu beschäftigen. Das kann die Geheimsprache von Kalle Blomquist sein, die Abseitsfalle oder die Bauanleitung eines Lego-Sets.
 
[6] Die Corona-Notlösung, das Klassenzimmer teilweise durch Online-Unterricht zu ersetzen, ist kein Argument für die Digitalisierung der Grundschulen. Im Gegenteil: die Lockdowns haben erst recht gezeigt, dass möglichst nichts zwischen dem Lehrer und seinen Schülern stehen sollte. Und eine weitere Lehre aus der Pandemie ist: Unter der (in diesem Fall zwangsweisen) Digitalisierung der Grundschulen leiden diejenigen Schüler am meisten, die den direkten Kontakt zu ihrem Lehrer am nötigsten brauchen.
 
[7] Geld und Zeit sind endlich. Was in die Digitalisierung fließt, steht nicht mehr für Bibliotheksprojekte, Museums-Workshops und Sportfeste zur Verfügung.
 
Fazit: Dreh- und Angelpunkt jeder erfolgreichen Bildungspolitik müssen die Lehrer sein. Sie brauchen eine gute Ausbildung, eine hohe Motivation und ansprechende Arbeitsplätze mit der erforderlichen Ausstattung. Die Zukunft gewinnt jedoch ganz sicher nicht, wer in der Gegenwart ohne Sinn und Verstand Smart-Boards in die Klassenzimmer der Grundschulen hängt, gleichzeitig aber die Schultoiletten verrotten lässt, die Rektoren und Direktoren mit Bürokratie überhäuft und die Lehrer von einer Bildungsreform zu nächsten hetzt.
 

 

Montag, 11. Januar 2021

Update: CDU distanziert sich von Äußerungen des Kreistagskandidaten

Die CDU hat zu den Äußerungen eines ihrer Kreistagskandidaten folgende Stellungnahme abgegeben:

"Die Person spricht nicht für die CDU Limburg-Weilburg! Wir distanzieren uns von dieser Aussage. Die Bundesregierung leistet unter schwierigsten Bedingungen eine gute Arbeit. Das können auch unsere Mitglieder inhaltlich anders bewerten.

Die freie Meinungsäußerung ist für uns ein hohes gut, aber dieser Kommentar hat nichts, aber auch gar nichts mit sachlicher Kritik zu tun. Wir werden mit der entsprechenden Personen sprechen."

Kommunalwahl: CDU-Kandidat will Merkel "einsperren"

 "Diese ganzen Penner in Berlin gehören alle ... eíngesperrt!"

So steht es unter einem Facebook-Posting, das sich kritisch, aber sachlich mit der Corona-Politik der Bundesregierung auseinandersetzt. Der Verfasser des oben zitierten Kommentars geht einen entscheidenden Schritt weiter. Seine Forderung, "diese ganzen Penner" "einzusperren" (gemeint sind in erster Linie die zuständigen Mitglieder der Bundesregierung Merkel, Scholz, Spahn und Altmaier) erinnert fatal an die "Lock her up!"-Sprechchöre in Richtung Hillary Clinton, die während Donald Trumps Kundgebungen im Wahljahr 2016 zu hören waren - und von diesem auch befeuert wurden.
 
Wie und wo das enden kann, müsste spätestens seit dieser Woche jedem klar sein: unter anderem bei einem Polizisten im US-Capitol nämlich, dem die Fans derartiger Parolen mit einem Feuerlöscher den Schädel eingeschlagen haben. 
 
Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, steht der Mann, der "diese ganzen Penner" "einsperren" will, auch noch auf der Kandidatenliste der CDU für die Kreistagswahl.
 
Vor diesem Hintergrund müssen sich die Verantwortlichen der CDU Limburg-Weilburgfolgende Fragen gefallen lassen und bitte auch beantworten:
  1. Hält die CDU Limburg-Weilburg die Mitglieder der Bundesregierung und die weiteren Verantwortlichen in Sachen Corona-Maßnahmen für "Penner"
  2. Meint die CDU Limburg-Weilburg, dass unter anderem Bundeskanzlerin Merkel einzusperren ist? Falls ja, auf welcher gesetzlichen Grundlage?
  3. Für den Fall, dass die ersten beiden Fragen mit "Nein" beantwortet wurden: Wie wohl fühlt die CDU Limburg-Weilburg sich mit diesem Kandidaten auf ihrer Liste?




Sonntag, 6. Dezember 2020

Der Nikolaus

Limblog präsentiert in loser Folge Schätze am Wegesrand, die dem Passanten oft nicht auffallen, aber dennoch zum Reiz einer Straße, eines Wohngebietes und der Stadt beitragen. Dabei handelt es sich um Metallwerke unterschiedlicher Art, oft sind es Eisenschmiede- und -gussarbeiten. Die Fotos stammen von Dr. Klaus Wolf, dem wir hiermit herzlich dafür danken.

 
Anlässlich des heutigen Festtages widmen wir uns dem heiligen Nikolaus, der neben anderen Heiligen die Tür des Bischofspalastes auf dem Domberg ziert. Der Gebäudekomplex wurde 2013 als "Diözesanes Zentrum St. Nikolaus" eingeweiht, trug den Bischof von Myra also anfänglich sogar im Namen.
 
Wieso hat der Nikolaus in Limburg diese hohe Bedeutung? Das dürfte am Nikolaus-Patrozinium des Doms liegen, denn der "Limburger Georgsdom" ist auch ein Nikolausdom. Der heutige Dom war im Mittelalter die Stiftskirche des seit dem 10. Jahrhunderts bestehenden Georgsstiftes. Dabei handelt es sich um eine Vereinigung von Geistlichen, die entfernt einer lockeren Ordensgemeinschaft ähnelt. Als der Dom gebaut und 1235 eingeweiht wurde, beteiligte sich auch die städtische Kaufmannschaft an dem gewaltigen Vorhaben. Als Anerkennung für die Finanzspritze der örtlichen Wirtschaft wurde der Patron der Kaufleute auch Co-Patron des Doms.
 
In den Händen hält "unser" Nikolaus auf dem Bild möglicherweise drei Goldkugeln, drei Brote, drei Äpfel oder drei Steine. Diese Attribute sind typisch für ihn und stehen für eine Reihe von Nikolaus-Legenden, in denen jeweils die Zahl Drei eine besondere Rolle spielt.
 

 

Mittwoch, 2. Dezember 2020

Neuerscheinung: "Kriegsopfer in und aus Limburg"

„,Heimatfront‘ und Fronteinsatz – Kriegsopfer in und aus Limburg im 2. Weltkrieg“ ist der Titel des neuen und vierten Beitrags zur Geschichte der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn, einer Veröffentlichungsreihe des Stadtarchivs. Der neue Titel stammt von Adolf Morlang.
 
Vor über 80 Jahren brach der 2. Weltkrieg aus, der am 8. Mai 1945 mit der Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschlands endete. Adolf Morlang, ein ausgewiesener Kenner der Regionalgeschichte im Raum Limburg/Diez, hat sich mit den Gefallenen des 2. Weltkriegs aus und in Limburg und den Opfern des Bombenkrieges in der Stadt befasst. Dabei betrachtete er nicht die Einzelschicksale, sondern nahm eine statistische Auswertung vor, die es erlaubt, das menschliche Leid zu erkennen, dass der von deutschem Boden ausgegangene Krieg über die Bevölkerung vor Ort brachte.
 
Auch ging er der Frage nach, wie viele auswärtige Soldaten bei den Kämpfen im März 1945 (Einnahme der Stadt durch amerikanische Soldaten) umkamen oder durch Bombentreffer im Kriegsgefangenenlager STALAG XII A in der Gemarkung Freiendiez Opfer wurden, wobei das Ziel des Abwurfs nicht das Lager war, sondern die Bahnanlagen und das Bahnwerk in Limburg. Der Autor befasst sich mit den Toten aus und in der Limburger Kernstadt, ebenso aber auch mit den Opfern in den heutigen Stadtteilen sowie aus Brechen. Ein umfangreicher Bildteil rundet das Werk ab.
 
„Heimatfront“ und Fronteinsatz – Kriegsopfer in und aus Limburg im 2. Weltkrieg“ von Adolf Morlang als vierter Band der Beiträge zur Geschichte der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn ist erhältlich im Stadtarchiv und im Buchhandel (ISBN 978-3-036162-15-8) zum Preis von 9 Euro.
 
Quelle: Stadtverwaltung Limburg
 
Adolf Morlang widmet sich in seinem Beitrag zur Geschichte der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn den Kriegsopfern in und aus der Stadt. Foto: Stadt Limburg

Das zerstörte Areal des Reichsbahnausbesserungswerks in Limburg im März 1945. Sichtbar ist der Spitzbunker im Hintergrund, in dem bis zu 500 Personen Schutz fanden. Foto. Aenne Klump

 

Samstag, 28. November 2020

Historische Bürgermeisterkandidaten: Andreas Pötz

Seit es in Limburg Bürgermeister-Direktwahlen gibt, also seit 1997, machen CDU und SPD das Rennen jeweils unter sich aus. Dabei dürfen aber die „Sonstigen“ nicht in Vergessenheit geraten, die den Bürgern mit ihren Kandidaturen zusätzliche Optionen eröffnen und so unsere Demokratie ein bisschen bunter machen. Wir stellen diese Außenseiterkandidaten vor.
 
Nach Leo Vanecek 1997 übernahm Andreas Pötz im Jahr 2003 die Rolle des grünen Bürgermeisterkandidaten. Er war damals bereits seit über zwanzig Jahren Mitglied der Partei, also ein Ur-Grüner, der – wie es sich für einen solchen gehört – seine ersten politischen Erfahrungen in der Friedens- sowie der Anti-AKW-Bewegung Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre gemacht hatte. Zum Zeitpunkt seiner Kandidatur fungierte Pötz als Fraktionssprecher der Grünen in der Stadtverordnetenversammlung.
 
Als Grundschullehrer, ehemaliger aktiver Fußballer und Jugendbetreuer beim TuS Dietkirchen wusste Pötz, wovon er sprach, wenn es um die Förderung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ging. Neben dem Sport und der Kommunalpolitik galt und gilt sein Engagement dem Naturschutz.
 
Der damals 49-Jährige sprach sich in seinem Wahlkampf gegen Großstadtphantasien und für eine behutsame Stadtentwicklungspolitik aus, die auch die Stadtteile in den Blick nehmen sollte. Er forderte bessere Busverbindungen (auch in die Stadtteile), mehr Bürgerbeteiligung und eine gut ausgebaute soziale Infrastruktur.
 
Andreas Pötz erreichte 1217 Stimmen (11,9%). Am 14. März 2021 können die Limburger ihn wieder wählen, denn nach einiger Zeit der Abstinenz möchte er sich wieder politisch im Stadtparlament engagieren. Andreas Pötz kandidiert auf Platz 8 der grünen Liste für die Stadtverordnetenversammlung.