Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Das gilt nicht zuletzt für die Immobilienpreise, die sich auf einem Markt mit vielfältigen strukturellen Besonderheiten bilden. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat es trotzdem gewagt, auf Landkreisebene eine Prognose bis 2035 zu erstellen. Für unseren Landkreis kommt ein jährlicher realer Preisrückgang von bis zu einem Prozent raus. „Real“ bedeutet: nach Abzug der Inflation. Wenn also die Immobilienpreise nominal um zwei Prozent steigen, die Inflationsrate aber 2,5% beträgt, bedeutet das einen Preisrückgang um 0,5%.
An ein solches Ergebnis schließen sich natürlich viele Fragen an, zum einen zur Methodik (die auf der Website des Institutes beschrieben wird), zum anderen zu den der Prognose zugrundeliegende Annahmen (beispielsweise bzgl. Migration und Zinsniveau). Ganz generell muss hinterfragt werden, wie sinnvoll solche Zahlen sind, wenn sie weder die Lage noch den Immobilientyp berücksichtigen. Zwar ist eine Prognose auf Landkreisebene schon sehr feingliedrig, aber ein Einfamilienhaus in Möttau aus den 1960er Jahren hat mit einer Neubau-Penthouse-Wohnung in Limburg nur wenig gemeinsam.
Trotzdem gilt: Ohne Prognosen sind in der Gegenwart keine Entscheidungen möglich. Die IW-Studie ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, aber trotzdem ein wichtiger Baustein für alle, die sich eine Meinung über den hiesigen Immobilienmarkt bilden wollen.
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