Am 27. Januar vor 80 Jahren fanden die ersten Kommunalwahlen nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Für die Stadtverordnetenversammlung von Limburg (damals noch ohne Stadtteile) stellten die CDU, die SPD und die KPD eine Liste auf. Vor den Wahlen gab es auch Wahlkampfveranstaltungen. Zu den beiden Archivfundstücken folgende Anmerkungen:
[1] Von den 52 Kandidaten waren fünf weiblich (3 CDU, je 1 SPD und KPD). Eine davon, die CDU-Kandidatin Josefine Büttner, war beruflich als „Auslands-Korrespondentin“ tätig. Die anderen geben als Tätigkeit Verkäuferin, Hausfrau, Ehefrau und ohne Beruf an. Bei den männlichen Kandidaten fallen ein Flurhüter und ein Feldhüter auf. Zu den Berufen, die es heute nicht oder kaum mehr gibt, gehören ein Formermeister und ein Polstermeister.
[2] Die Berufsverteilung auf die drei Listen folgt dem, was man erwarten würde: Bei der CDU sind – neben Handwerkern, Arbeitern und Angestellten – auch Handwerksmeister und kaufmännische Führungskräfte (Bankdirektor, Kaufmann, Prokurist) gut vertreten. Im Gegensatz dazu stellt die KPD ausschließlich Handwerker und Arbeiter sowie eine Kandidatin ohne Beruf auf. Die SPD-Liste liegt dazwischen. Sie hat Handwerker (darunter einen Meister) und Arbeiter zu bieten, aber auch einige öffentlich Bedienstete.
[3] Der Akazienweg hieß noch Käsbachstraße, benannt nach dem Bach, der von Dietkirchen kommend an Globus vorbei und unter der Autobahnbrücke durch, kurz dem Ansper folgend dann entlang des heutigen Akazienwegs in den an dieser Stelle etwas südlich der Westerwaldstraße verlaufenden Lahnarm mündete. Heute fließt der Käsbach verrohrt vom Ansper aus unter der Weilburger Straße in die Lahn.
[4] Die Adresse „Siedlung 15“ (SPD-Kandidat Josef Neidlinger) kann ich nicht zuordnen. Ich weiß nur, dass der heutige Bereich Akazienweg/In der Bitz früher in der Brückenvorstadt „Die Siedlung“ genannt wurde.

