Donnerstag, 27. August 2026

Dr. Marius Hahn: Respekt, Dank und ein kleines bisschen Kritik

Dr. Marius Hahn, seit 2015 Bürgermeister von Limburg, tritt bei der nächsten Wahl im Jahr 2027 nicht mehr an. Er will sich beruflich neu orientieren. Das habe, so seine Mitteilung, damit zu tun, dass man als Bürgermeister immer im Dienst, immer ansprechbar sei; er wolle „wieder ein Stück persönliche Freiheit […] gewinnen, wieder als Marius Hahn in der Stadt unterwegs sein […] können.“ Das ist verständlich. Der Job des Bürgermeisters kennt weder einen 8-Stunden-Tag noch eine 40-Stunden-Woche noch eine 5-Tage-Woche. Bürgermeister arbeiten bis zu 50 Wochen im Jahr, bis zu 16 Stunden am Tag und so gut wie immer sieben Tage je Woche, denn irgendetwas ist immer.
 
Marius Hahn gebührt deshalb Respekt und Dank für das, was er in den vergangenen elf Jahren für unsere Stadt geleistet hat. Über vieles kann man sicher trefflich streiten, nicht alles ist optimal gelaufen – aber in der Gesamtbilanz muss man sagen: Wir können und sollten alle dankbar dafür sein, dass es Menschen gibt, die solche Aufgaben übernehmen. Lob gibt es da selten, dafür aber reichlich Kritik – und diese Kritik schlägt oft in Ablehnung der handelnden Personen, manchmal sogar Hass um. Wie andere Kommunalpolitiker auch, hat Marius Hahn das nicht zuletzt erleben müssen, als die sogenannten Tierschützer im Zuge der Diskussion über die Limburger Taubenpopulation eine Welle von Hass und Gewalt ausgelöst haben – bis hin zu Morddrohungen gegen den Bürgermeister.
 
Nach so viel Respekt und Dank muss aber dann doch Platz für zwei Kritikpunkte sein: Marius Hahn dankt in seinem Verzichtsschreiben der „SPD als Partei meiner politischen Heimat“. Wer die vergangenen Wahlen verfolgt hat, reibt sich verwundert die Augen – hatte Dr. Hahn nicht immer als (angeblich) parteiloser Kandidat auf dem Wahlzettel gestanden? Und dann gibt es noch eine Sachfrage, die wir dem Bürgermeister nicht verzeihen können, nämlich die Verlagerung des Rathauses auf die grüne Wiese am Stadtrand in die ehemalige Mundipharma-Zentrale. Damit wurde der Standort Innenstadt massiv geschwächt. Wie verheerend das ist, zeigen die aktuellen Diskussionen über die Karstadt-Filiale und die Zukunft dieses Teils der Fußgängerzone.
 
Aber sei’s drum: Danke, Marius Hahn!
 

 

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