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Mittwoch, 9. September 2026

Bildungssystem: Mehr Ehrlichkeit in der Leistungsbewertung!

Seit Jahrzehnten steigt der Anteil der Abiturienten an allen Schulabgängern ebenso wie die Zahl der Einser-Abiturienten, und auch die Durchschnittsabinote hat eine positive (wenn auch in den letzten Jahren etwas gebremst) Tendenz. Die Noteninflation ist auch an den anderen Schulformen zu beobachten.
 
Allein, diese Wissens- und Kompetenzexplosion kommt nicht so richtig in den Hörsälen und Berufsschulklassenzimmern der Republik an. Dozenten in den Hochschulen, Meister in den Ausbildungsbetrieben und Lehrer im berufsbildenden Sektor können ein Lied davon singen. Und auch die Ergebnisse internationaler Vergleichsstudien kommen (bei aller methodischen Kritik) mehr oder weniger unisono zu ebenso anderslautenden wie eindeutigen Ergebnissen, siehe die aktuelle PISA-Studie.
 
Vielleicht braucht unser Bildungssystem nicht unbedingt mehr Geld und ständig neue Schulgesetze, sondern zunächst einmal die Rückkehr zur Ehrlichkeit in der Leistungsbewertung. 
 

 
 
 

Montag, 7. September 2026

35 Jahre Jugendmagazin "UnSZENsieErt"

Heute ein zeitgeschichtlicher Beitrag, genauer ein Beitrag zur regionalen Pressegeschichte. Vergangene Woche habe ich dem Stadtarchiv Limburg eine Sammlung fast aller Ausgaben des Jugendmagazins „UnSZENsieErt“ übergeben. Ich war allerdings nur der Überbringer des Schatzes, der edle Spender heißt Dirk Fredl. Er war auch damals ständiger Mitarbeiter und hat viele Artikel zu dem Blatt beigesteuert.
UnSZENsieErt erschien in der abgebildeten Form (nämlich in einem Magazin-Format) von Mai 1991 bis Juli 1995 monatlich. In der Sammlung, um die es hier geht, fehlen die erste Ausgabe sowie die Ausgaben Juli 1994 und Oktober 1994. Wer hier überzählige Exemplare hat, kann diese Lücken gerne füllen helfen, indem er sie dem Stadtarchiv übergibt. Nach der Magazin-Phase gab es noch einige Zeit lang Ausgaben auf klassischem Zeitungspapier. Ein Heft kostete zunächst 1,20 DM, dann ab 1993 2,00 DM. Initiatoren und Verantwortliche der ersten Stunde waren Andreas Nattermann und Frank Freiberger (der auch als Gründungs-Chefredakteur fungierte). Später übernahm Udo Zöllner als „Verleger und Herausgeber“ eine führende Rolle.
 
UnSZENsieErt war ein Graswurzelprojekt, das eine Lücke in der Presselandschaft füllen sollte: Man wollte Jugendlichen und jungen Erwachsenen und ihren Anliegen ein Forum bieten. Der Schwerpunkt lag folglich auf „jungen Themen“, insbesondere solchen mit (im weiteren Sinne) Kulturbezug. Entsprechend gab es in jeder Ausgabe Kinotipps, einen umfangreichen Überblick über lokale und regionale kulturelle Veranstaltungen, Kurzgeschichten, Straßenumfragen (z.B. „Sollen Frauen sich schminken?“) und Testberichte (McDonald’s in Heiligenroth, Eiscafés, Schwimmbäder, Grillhütten, DJs etc.).
 
UnSZENsieErt war aber deutlich mehr als nur ein jugendzentriertes Infoblättchen. Das Magazin hatte erkennbar einen journalistischen Anspruch, und zwar einen hohen. Dabei muss man etwas darüber hinwegsehen, dass die Redaktion die Bedeutung des Satzes „Sex sells“ sehr gut verstanden hatte. Kaum ein Heft kommt ohne Schlagzeilen wie „Lüstlinge im Krankenhaus: die Krankenschwester als Sexobjekt“, „Die Lust an der Strippe: Telefonsex erobert die Provinz“ oder „Interview: Callboy in Limburg“ aus.
 
Hinter der oft reißerischen Fassade stecken aber fast immer gut recherchierte, ordentlich formulierte und recht ausgewogene Texte, die auch schwierige Themen nicht scheuen: sexueller Missbrauch von Kindern, Essstörungen, Abtreibung, Umgang mit körperlich oder geistig Behinderten, Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen – die Liste ließe sich fortsetzen.
 
Über manche Fragen ist die Zeit hinweggegangen („Ist mein Sohn schwul?“, „Ist Heiraten noch zeitgemäß?“), manchmal hätte man sich im Rückblick aber eine etwas restriktivere Herangehensweise gewünscht, zum Beispiel wenn die weltbewegende Frage „Wer hat den schönsten Po“ (Leser konnten Bilder einsenden) mit dem Foto eines etwa zweijährigen nackten Kindes bebildert wird. Auch würde man heute (zu Recht) 15-, 14- und sogar 13-jährigen Mädchen keine privaten bis intimen Fragen mehr stellen und die Antworten dann mit den Fotos und Namen der Interviewten abdrucken.
 
In die Niederungen der (Kommunal-)Politik bewegte sich das Blatt eher selten – und sprach dabei unter anderem Probleme an, die bis heute aktuell sind, zum Beispiel: „Zukunft der Limburger Innenstadt: vertreiben die hohen Parkgebühren die Kunden?“
 
Manchmal muss man schmunzeln, zum Beispiel wenn man folgende Schlagzeile liest: „Rollenspiele - der neue Trend: Mentales Abenteuer oder gefährliches Vergnügen?“ Auch die Techniktipps (3,5 vs. 5,25 Zoll-Disketten, 9-Nadel-Drucker) lassen einen innerlich grinsen. Und last but not least lässt UnSZENsieErt Erinnerungen wach werden – an Kneipen, die es (so) nicht mehr gibt (Wicküler, Kanapee, Railys, Kneipendorf in den City-Arkaden mit dem Murphy’s und der Berliner Kneipe), sowie an legendäre Diskotheken (Easy, Anyway, Why Not, Pearls) sowie ihr trauriges Ende (Extra in Koblenz).
 
Für jüngere Generationen intellektuell kaum zugänglich dürfte die Rubrik „Wer grüßt wen?“ sein. Dazu eine Kostprobe: „Der mit der Rose tanzt wünscht dem Prinzen Purzel viel Glück, einen tollen Frühling und hunderttausend Schmuseküsschen.“
 

 
 

Mittwoch, 1. April 2026

Baubeginn 1.4.2027: Limburger Priesterseminar wird Wohnpark für Einkommensschwache

In der Limburger Brückenvorstadt tut sich was: Das Bistum Limburg gibt das Priesterseminar auf – in dem Gebäude selbst und auf dem umliegenden Gelände (insgesamt 1,5 Hektar) werden in mehreren Bauabschnitten etwa 140 Wohneinheiten entstehen. Die Wohnungen sollen in erster Linie Einkommensschwachen zur Verfügung gestellt werden. Der Fokus liegt dabei auf Ein-Zimmer-Apartments für Singles und Wohnungen mit vier und mehr Zimmern für Familien. Der erste Spatenstich ist für heute in einem Jahr, also am 1.4.2027, geplant.

 

Ein Sprecher des Bistums teilte mit, die katholische Kirche in Ihrer Gesamtheit, aber insbesondere auch das Bistum Limburg, habe sich in der Vergangenheit allzu oft damit begnügt, gesellschaftliche Probleme per Gremien-Resolution anzuprangern und „die Politik“ bzw. „die Wirtschaft“ dafür verantwortlich zu machen. „Wir waren Resolutionschristen – jetzt wollen wir resolute Christen werden“, so das Bistum in einer Mitteilung wörtlich.

 

Es gebe keinen einzigen nachvollziehbaren Grund dafür, dass eine Institution wie die Kirche Sahnestücke wie die Priesterseminarimmobilie horte. Damit sei jetzt Schluss. Gleichzeitig sollen diejenigen Gebäude, die im Kircheneigentum verbleiben, vermehrt für die Unterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen genutzt werden. Entsprechende Gespräche mit den Sozialministerien von Hessen und Rheinland-Pfalz seien gerade angelaufen. Für die Verhandlungen hat das Bischöfliche Ordinariat eine siebenköpfige Arbeitgruppe mit der Bezeichnung "Projekt Mt 19,21" eingerichtet. Erste Ergebnisse sollen am 15. November 2026 vorliegen.

 


 

Freitag, 27. März 2026

Die derzeitige Diskussion über die Spritpreise ist maßlos übertrieben

Die derzeitige Diskussion über die Spritpreise ist maßlos übertrieben. Sicher gibt es Einzelne, die hart getroffen sind. Das rechtfertigt aber kaum die aktuelle Hysterie. Der Benzinpreis ist inflationsbereinigt auf keinem exorbitant hohen Niveau und die krisenbedingte Differenz zum Normalniveau spielt auch (individuelle Ausnahmen gibt es natürlich) keine besonders große Rolle als Anteil an den Ausgaben der privaten Haushalte. Ein Land, dessen Bewohner ihre Kinder mit dem Auto in die Schule bringen, für um 10 Cent billigeren Joghurt durch den halben Landkreis fahren und die Brötchen sonntags mit dem SUV holen, hat noch viele Möglichkeiten, Sprit zu sparen.
 
P.S.: Das Foto zeigt den täglichen Elterntaxi-Wahnsinn vor einer Limburger Grundschule. Jeder weitere Kommentar erübrigt sich.
 

 

Dienstag, 1. April 2025

Neue Geisteskrankheit klassifiziert: "Übersteigerte Taubenliebe"

Die American Psychiatric Association hat zum 1.4.2025 eine neue Auflage ihres „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ (DSM-6-TR) veröffentlicht. Das Werk ist DER weltweite Standard für die Beschreibung von Psychopathologien, also psychischen Normabweichungen, die krankhaft werden können.

Diese Meldung wäre sicher nicht für einen Blog interessant, der sich hauptsächlich mit Limburg beschäftigt. Aber es gibt eine Änderung, die wir als Limburger sehr gut nachvollziehen können: Die Experten für seelische Erkrankungen haben eine neue Störung in die Liste aufgenommen. Wörtlich übersetzt heißt sie „Übersteigerte Taubenliebe“, der medizinische Fachausdruck dafür ist „Columbaphilia exxagerata“ (Abk. CE).

Interessanterweise wurde dieses Phänomen schon im ersten Jahrhundert n. Chr. beschrieben, von den antiken Naturforschern Plinius dem Älteren und Pedanios Dioskurides (lateinisch bei Plinius: amor in columbam immoderatum, griechisch bei Pedanios: περιστερφιλία ὑπερβολική). Dass an CE Erkrankte rund 2.000 Jahre später für Schlagzeilen jenseits des Limes sorgen würden, hätten die beiden Gelehrten aus dem Altertum sicher nicht für möglich gehalten.

CE-Kranke entwickeln dem DSM-6-TR zufolge den Wahn, Tauben für bedroht zu halten und daher schützen zu müssen. Die Ursachen der Erkrankung sind unklar. Die Diagnose erfolgt über einen Schnelltest: Über 90% aller Betroffenen weisen mindestens drei der fünf folgenden Merkmale auf:

[1] Sie wenden verbale bzw. physische Gewalt gegen Andersdenkende an bzw. billigen diese zumindest.
[2] Sie haben eine schwer gestörte Einstellung zum Holocaust und neigen zu dessen Verharmlosung.
[3] In ihrer Rhetorik vermenschlichen sie Tiere und entmenschlichen sie Menschen.
[4] Sie sind komplett humorlos.
[5] Sie hängen pseudo-östlichen Kulten an und operieren mit Begriffen wie "Karma".

Da sich die CE-Forschung noch in einem Anfangsstadium befindet, können sich die Fachleute auf diesem Gebiet nur auf wenige vorläufige epidemiologische Fakten einigen. Demzufolge sind über 80% der Erkrankten weiblich; der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund ist unterdurchschnittlich. Das Durchschnittalter liegt bei 42 Jahren (Median: 37), erste Symptome können aber durchaus bereits im Teenager- bzw. frühen Erwachsenenalter auftreten. Einer - allerdings nicht repräsentativen - Stichprobenstudie zufolge liegt das Medianeinkommen von CE-Kranken über dem in der Gesamtbevölkerung.

Über Therapiemöglichkeiten ist bisher nichts bekannt. Nach der offiziellen Anerkennung der Columbaphilia exxagerata als Geisteskrankheit ist jedoch mit einem schnellen Anlaufen der Forschung zu rechnen.
 

 

Mittwoch, 19. Februar 2025

Trauer um Dieter Nink

Eschhofen und Limburg trauern um Dieter Nink, der im Alter von 84 Jahren verstorben ist. Dieter Nink hat sich über Jahrzehnte für sein Dorf und die Gesamtstadt engagiert wie kaum ein anderer.
 
Geboren 1940, lernte Dieter Nink den Beruf des Technischen Zeichners bei der Limburger Maschinenfabrik Scheid. Seinem Ausbildungsbetrieb blieb er neun Jahre lang treu, bevor er zu Opel wechselte, wo er über drei Jahrzehnte als Prüftechniker im Qualitätsmanagement und der Entwicklungsabteilung arbeitete.
 
Anfang der 1970er Jahre wurde er in die Gemeindevertretung der damals noch selbständigen Gemeinde Eschhofen gewählt, war nach deren Eingemeindung nach Limburg Mitglied des Ortsbeirates und schließlich Ortsvorsteher und wurde dann auch Stadtverordneter und ehrenamtlicher Stadtrat, was er bis 2016 blieb. Über all diese Jahre war er eine tragende Säule des CDU-Ortsverbandes Eschhofen und zuletzt auch Geschäftsführer der christdemokratischen Stadtverordnetenfraktion. Für seinen außerordentlichen kommunalpolitischen Einsatz ehrte ihn der damalige Bundespräsident Gauck mit einer Einladung nach Berlin ins Schloss Bellevue (Foto). 
 
Der Handballsport war Dieter Ninks zweite große Leidenschaft. Er war aktiver Spieler und Trainer beim TV Eschhofen (dem er darüber hinaus in zahlreichen weiteren Funktionen diente) und lange Zeit ein überaus respektierter Schiedsrichter. Dass er sich auch für praktische Arbeiten hinter den Kulissen nicht zu schade war, zeigt sein Einsatz als Zeug- und Sportwart sowie als Hausmeister der 1982 errichteten Sporthalle.
 
Seinen zahlreichen Ehrenämtern ist Dieter Nink immer mit größtem Fleiß sowie sehr pflichtbewusst nachgegangen – und ohne sich dabei selbst in den Vordergrund zu stellen. Dies verschaffte ihm die Glaubwürdigkeit, die ihm half, andere Menschen zu begeistern und zur aktiven Mitarbeit – sei es im Sport, sei es in der Politik – zu bewegen.
 
Um Dieter Nink trauern nicht nur seine Frau, seine Söhne und seine Enkelkinder, sondern die vielen, die mit ihm zusammenarbeiten durften und von seinem unermüdlichen Einsatz, seiner Herzlichkeit und seinem großen Erfahrungsschatz profitieren konnten.

Dieter Nink mit Bundespräsident Gauck
(Foto: Stadtverwaltung Limburg)


Dienstag, 17. Dezember 2024

Limburger Weihnacht

Weihnachten naht, und damit neigt sich die Zeit des Christkindlmarktes langsam dem Ende zu - am 23. Dezember wird er zum letzten Mal geöffnet sein.

Der Christkindlmarkt wird ständig weiterentwickelt und ist mittlerweile "nur" noch Teil einer Gesamtheit von Veranstaltungen, die als "Limburger Weihnacht" firmieren. Neben einer runderneuerten Eröffnung zählen dazu zahlreiche Aktivitäten, insbesondere solche kultureller Natur. Wie immer gibt es aber auch ein Gewinnspiel, dazu kommen Stände für Hobbykünstler, Veranstaltungen der beiden Kirchen oder auch -erstmals in diesem Jahr- der Verkauf der sehr schönen Limburger Weihnachtsbaumkugel.
 
Neu ist auch die wöchentlich erscheinende "Limburger Weihnachtszeitung". Sie enthält allerlei Wissenswertes, aber immer auch ein historisches Foto. Wir zeigen heute eines, das die Gattin des damaligen Bürgermeisters, Gabriele Rüdiger zeigt, wie sie den Hauptgewinn des Gewinnspiels zieht, umrahmt von Persönlichkeiten, die den CityRing sowie den Limburger Einzelhandel insgesamt über Jahrzehnte geprägt haben: Willy Schermuly, Egon Selke, Heinz Vohl sowie der leider vergangene Woche verstorbene Ulrich Meckel.
 
Wer wissen will, was in der letzten Woche noch alles geboten wird, kann sich hier informieren:
limburg[Punkt]de/LimburgerWeihnacht
 
Foto: Dieter Fluck/Limburger Weihnachtszeitung
 

 

Freitag, 13. Dezember 2024

Trauer um Ulrich Meckel

Limburg trauert um Ulrich Meckel. Den allermeisten dürfte er als Buchhändler in Erinnerung bleiben, führte er doch über Jahrzehnte die 1871 gegründete Buch- und Schreibwarenhandlung an der Ecke Parkstraße/Diezer Straße. Generationen von Tilemannschülern versorgte er nicht nur mit Heften und Stiften, sondern auch mit Büchern aller Art (von Asterix über die „Drei Fragezeichen“ bis hin zu Harry Potter), darunter auch die deutschsprachigen Reclam-Übersetzungen lateinischer Klassiker sowie „Königs Erläuterungen“ zu den großen Werken der Weltliteratur – Letztere oft als Rettung in höchster Not, wenn es um die Hausaufgaben oder die Vorbereitung auf eine Klassenarbeit ging. 2007 wandelte Ulrich Meckel seine Buchhandlung in eine Versandbuchhandlung um, die er noch bis vor zwei Jahren führte.
 
Ulrich Meckel war jedoch mehr als ein Eckpfeiler des Limburger Einzelhandels. Er engagierte sich, wo immer Hilfe gebraucht wurde: im Lions-Club, im City-Ring, im Geschichtsverein und nicht zuletzt im Förderverein Limburger Schloss, den er mehr als ein Jahrzehnt lang als Vorsitzender führte. Dass er dies alles mit enormem Erfolg tat, ist nicht nur seinem Fleiß und seiner Einsatzbereitschaft, sondern insbesondere seinem feinsinnigen, humorvollen und zurückhaltenden, aber gerade deswegen überzeugenden Wesen geschuldet. 
 
Neben den Büchern galt seine große Liebe dem Reisen. Er war in allen Mitgliedsländern der Europäischen Union, aber auch auf anderen Kontinenten unterwegs – so beispielsweise vor einigen Jahren im Rahmen einer zentralasiatischen Wüstentour. Aus gesundheitlichen Gründen musste er all diese Aktivitäten zuletzt leider einstellen. Am vergangenen Montag (9.12.2024) ist Ulrich Meckel im Alter von 85 Jahren verstorben.
 

 

Freitag, 6. Dezember 2024

Trauer um Norbert "Lixi" Lixenfeld

Über Jahrzehnte, genauer: von 1971 bis 1997, gehörte Norbert Lixenfeld zum Limburger Stadtbild: als Dompfarrer sowie Pfarrer der Gemeinden St. Hildegard in der Weststadt (1981-91) und St. Josef in Staffel (1983-91) war er ständig unterwegs zwischen „seinem“ Pfarrhaus am Dom und den ganz unterschiedlichen Orten in der Stadt, an denen ein Pfarrer gebraucht wurde. Am heutigen 6. Dezember ist „Lixi“, wie ihn nicht nur seine kleinen Schäfchen getauft hatten, im Alter von 94 Jahren gestorben.
 
Der Dompfarrer ist kraft Amtes Mitglied des Domkapitels und bekleidet dort die Funktion des „Plebanus“, des „Leutpriesters“. Diese Rolle war Norbert Lixenfeld auf den Leib geschrieben. Er sah sich nicht als Theoretiker und erst recht nicht als Verwalter, sondern als Praktiker des Glaubens. Im Mittelpunkt seiner Tätigkeit als Priester stand nicht die theoretisch ausgefeilte Predigt, sondern – wie es sich für einen „Leutpriester“ gehört – der direkte Kontakt mit den Leuten. Ob einheimisch oder zugereist, katholisch oder protestantisch, arm oder reich, jung oder alt: vor Norbert Lixenfelds ansteckender Fröhlichkeit und umfangreicher Gesprächsbereitschaft war keiner sicher.
 
Gleichzeitig stemmte er ein gewaltiges Arbeitspensum. In seine Amtszeit als Dompfarrer fallen die Fertigstellung des Kindergartens St. Georg in der Birkenallee, die Umwandlung des Kolpinghauses in ein Gemeindezentrum, die Renovierung von Dom, Stadtkirche und Kreuzkapelle, die Einführung der Domkirmes zum Domjubiläum 1985 und nicht zuletzt die Gründung eines Stammes der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg.
 
Norbert Lixenfeld wurde am 5.Februar 1930 in Wilsenroth geboren. Er war immer stolz auf seine Westerwälder Herkunft und konnte, wo er es für nötig hielt, ein „Basaltkopp“ sein. 1949 machte er am Gymnasium in Hadamar Abitur und studierte anschließend in Frankfurt und Lille Theologie. Der Studienaufenthalt in Frankreich hatte zur Konsequenz, dass er seine Gottesdienste (wo nötig und möglich) dreisprachig zelebrieren konnte - auf Hochdeutsch, Wäller Platt und eben Französisch. Am 8. Dezember 1956 weihte Bischof Dr. Wilhelm Kempf ihn im Limburger Dom zum Priester. Daran schlossen sich 14 Jahre als Kaplan und Pfarrer in Hofheim am Taunus an, bevor seine Zeit in Limburg begann. Im Anschluss daran wirkte Norbert Lixenfeld bis 2005 als Seelsorger am Krankenhaus in Dernbach/WW. Seitdem hatte er zunächst in Elz gewohnt, regelmäßig Gottesdienste in den Elzer Seniorenheimen St. Josef und „Haus Elz“ gehalten und immer wieder auch in der Elzer und der Offheimer Pfarrkirche ausgeholfen. Zuletzt lebte er im Haus Felizitas an der Weilburger Straße.
 
Norbert Lixenfelds Engagement ging weit über seine Tätigkeit als Pfarrer hinaus. Zeit seines Lebens setzte er sich für die Menschen in der sog. „Dritten Welt“, insbesondere in Indien, ein. Diesem Zweck diente die 2002 von ihm gegründete „Missions- und Nothilfe Limburg“, ein gemeinnütziger Verein, der bislang über 250.000€ Spenden unter anderem für ein Bildungsprojekt in Indien gesammelt hat. Zu runden Geburtstagen sowie zu seinem 50. und 60. Priesterjubiläum rief der Jubilar zu Spenden für seinen Verein auf – und sie flossen reichlich. Nicht zuletzt für diese Aktivitäten erhielt Norbert Lixenfeld 2016 das Bundesverdienstkreuz.
 
Wesentliche biographische Informationen stammen aus folgender Quelle: Quernheim, Ludwig, Dompfarrer i.R. Norbert Lixenfeld wurde vor 60 Jahren zum Priester geweiht, in: impuls – Pfarrbrief der Gemeinden im Pastoralen Raum Limburg, Herbst 2016, S. 20-22
 
 
Foto: Fotostudio Karl, Limburg-Offheim

Dienstag, 16. Juli 2024

Wie nennt man dieses Gericht?

Diese Frage hatten wir zum Foto eines "gebackenen Kartoffelfladen" gestellt. Es ging eine ganze Reihe von Antworten ein, aber nur eine ist richtig: Kartoffelkreppel (oder -kreppelchjer). 
 
Interessanterweise gibt es diese Option im "Atlas zur deutschen Alltagssprache" der Universitäten Lüttich und Salzburg überhaupt nicht  Ebensowenig wie einige andere von den Limblog-Lesern genannte Bezeichnungen:
 
Schnippelskouche, Kartoffelplätzchen, Schmagiggelchen, Schmaginchen, Reibeplätzchen, Kröppelche


Quelle: Atlar zur deutschen Alltagssprache, Universitäten Lüttich/Salzburg, https://www.atlas-alltagssprache.de/runde-7/f01e/
Quelle: Atlas zur deutschen Alltagssprache, Universitäten Lüttich/Salzburg, https://www.atlas-alltagssprache.de/runde-7/f01e/

 

Samstag, 13. Juli 2024

Was wäre Demokratie ohne Sie?

Mit dieser rhetorischen Frage leitet der Limburger Magistrat sein Dankschreiben an die Wahlhelfer ein. Diesmal gab es neben warmen Worten auch zwei Präsente in Form von je einem Gutschein für das Freibad und den LahnStar. Diese Präsente können natürlich nicht die Freizeit aufwiegen, welche die Wahlhelfer am Wahlsonntag investieren - aber die Geste kommt trotzdem an: sie drückt die Anerkennung des Rathauses für die Ehrenamtlichen aus, die bei jeder Wahl im Maschinenraum der Demokratie unentgeltlich malochen.

Viele wissen leider nicht, dass unsere Demokratie nicht von selbst funktioniert, sondern von richtigen Menschen gemacht werden muss. Tausende - vom Bischof bis zur örtlichen DGB-Spitze, vom „Limburger Bündnis für Demokratie“ bis zum „Bündnis Courage - haben Anfang des Jahres für die Verteidigung unserer Gesellschaftsordnung und gegen „rechts“ demonstriert. Da verwundert es schon, dass die Stadtverwaltung immer größere Probleme hat, die Wahllokale mit ausreichend ehrenamtlichem Personal zu bestücken und dort (teilweise seit Jahrzehnten) die gleichen Gesichter zu sehen sind.

Möglicherweise ist es vielen Christen, Gewerkschaftern und Demokratie-Aktivisten einfach zu anstrengend, sich dauerhaft zu engagieren. Ab und zu mal in homöopathischen Dosen „Haltung“ zu zeigen, ist da deutlich weniger aufwendig.

Aber in Zeiten, in denen unsere ehrenamtlichen Stadtverordneten wegen der von sog. Tierschützern drohenden Gewalt unter Polizeischutz tagen müssen, reicht das nicht. Wer wirklich etwas für die Demokratie tun und sich deren Feinden entgegenstellen will, findet hier die Möglichkeit, bei der nächsten Wahl Wahlhelfer zu sein.

Apropos nächste Wahl: Kandidaten für die kommunalen Gremien werden auch gesucht.

 


 

Freitag, 5. Juli 2024

Der Fortschritt ist eine Schnecke...

...hat Günter Grass mal geschrieben. Aber auch Schnecken kommen voran und erreichen (meistens) irgendwann ihr Ziel – zum Beispiel den Salat im heimischen Garten. Der Besitzer dieses Gartens muss dann womöglich auf seinen Salatteller verzichten und steht dieser Art des Fortschritts daher eher skeptisch gegenüber.
 
Zum Fortschritt im Einzelhandel gehörten in den siebziger Jahren Supermärkte auf der Grünen Wiese. Dazu zählt auch der heutige Globus-Markt, der vormals „real“ und ganz am Anfang „massa“ hieß. Der abgebildete Artikel aus der Nassauischen Landeszeitung (so nannte sich die „NNP“ damals) zeigt, dass „massa“ seinerzeit in Limburg auf Widerstand stieß; jedenfalls hatte die IHK offenbar Einspruch gegen den entsprechenden Bebauungsplan eingelegt. Das war 1974. „massa“ wurde trotzdem gebaut und existiert (unter anderem Namen) bis heute. 
 
Das „massa“-Beispiel hat sich vorher und nachher wiederholt und folgt in der Regel dem gleichen Muster: eine neue Entwicklung tut sich auf – und es wird erst einmal versucht, sie zu unterdrücken, wenigstens vor der eigenen Haustür. So war es, als in der Werner-Senger-Straße das Karstadt-Warenhaus eröffnet werden sollte, als ein „Möbel Müller“ an der Meil geplant war, als es Gedankenspiele gab, im ICE-Gebiet ein FOC zu eröffnen, und auch, als die „WerkStadt“ ihre Pforten öffnete.
 
Die Geschichte lehrt uns: solche Entwicklungen lassen sich nur verzögern oder verlagern („Möbel Müller“ entstand in Görgeshausen, das FOC in Montabaur), nie aber verhindern. Das gilt auch für den Onlinehandel und insgesamt für die Digitalisierung weiter Teile des Wirtschaftslebens.
 
Dass die Betroffenen (in diesem Fall die traditionellen Einzelhändler) auf neue Spieler mit Besorgnis und teils auch Wut reagieren, ist verständlich; schon allein deshalb, weil man den Eindruck nicht los wird, die Politik messe mit unterschiedlichem Maß. Während die Amazon-Logistik 24/7 läuft, müssen die Geschäfte in der Innenstadt sonntags geschlossen bleiben. Während auf der Grünen Wiese bedenkenlos Natur zubetoniert wird, müssen Altstadt-Gastronomen mühsam Parkplätze nachweisen. Während die Kunden der Limburger Läden auf Bus, Bahn und Fahrrad umsteigen sollen, genehmigt man in Montabaur ein FOC, welches fast alle Konsumenten teils aus mehr als hundert Kilometern Entfernung mit dem Auto anfahren. 
 
In besonders krassen Fällen ist daher der Klageweg angebracht. „massa“ zeigt aber: gegen neue Konkurrenz helfen juristische Schriftsätze nur eingeschränkt. Wichtiger sind Flexibilität und Kundennähe. Das ist leichter gebloggt als getan. Zahlreiche Beispiele in unserer Innenstadt zeigen aber: wir haben viele Unternehmer, die jeder Form der neuen (teils unfairen) Konkurrenz Paroli bieten können.
 

 

Mittwoch, 19. Juni 2024

Roma locuta, causa finita?

Nein, der Pontifex Maximus hat sich natürlich NICHT per Tweet (und auch sonst nicht) zur Limburger Stadttaubenproblematik geäußert. Der Grund dafür ist einfach: Unser Planet hat viele Probleme, und keines davon ist weniger wichtig als das Schicksal von ein paar hundert Stadttauben in einer hessischen Kleinstadt.

Unser Posting von gestern Nachmittag sollte (wenigstens auf Limblog) der ziemlich aus Kontrolle geratenen Diskussion ein (vorläufiges) satirisches Finale bereiten. Frei nach dem kirchenrechtlichen Grundsatz: Roma locuta, causa finita (Rom hat gesprochen, die Sache ist erledigt).
 
Dass dennoch viele Taubenschützer diese Mitteilung für bare Münzen genommen haben, zeigt, wie irrational die Kritik am Vorgehen der Stadt von Anfang an war.
 
Apropos irrational: Keine Satire ist, dass sich Taubenschützerinnen hilfesuchend an den Heiligen Vater gewandt haben (der übrigens wirklich auf Latein twittert bzw. twittern lässt).
 
P.S.: Eine Entschuldigung geht an die Lateinlehrer des Limbloggers (Herrn S., Herrn H. und Herrn B., die ersten beiden leider schon lange verstorben) - mehr sprachliche Qualität war Jahrzehnte nach deren aufopferungsvollen Bemühungen leider nicht mehr drin, auch wenn sie ihren Job toll gemacht haben!
 

 

Sonntag, 19. Mai 2024

Nächstes Barcamp in Limburg am 15. Juni

Das themenoffene BarCamp Limburg findet bereits zum dritten Mal statt. Tickets gibt es online unter www.barcamp-limburg.de/. Der Clou: Jeder kann beim BarCamp Limburg mitmachen, denn sicher ist, dass alle Teilnehmer das BarCamp Limburg ein wenig schlauer, inspirierter oder kreativer verlassen werden. Am Samstag, den 15. Juni, um 09.00 Uhr ist Einlass in der Friedrich-Dessauer-Schule, Blumenröder Straße 49, 65549 Limburg. Um 10.00 Uhr startet die Session-Planung. Das BarCamp Limburg endet gegen 17.00 Uhr. Im Ticketpreis von 10 Euro sind Frühstück, Kaffeepausen und Mittagessen jeweils mit Getränken inklusive.

Was ist ein BarCamp?
 
Ein BarCamp ist eine andere Form von Konferenz. Der Wissensaustausch erfolgt bei BarCamps aber gegenseitig; es gibt keine festgelegten Sprecher. Die Beiträge werden von den Besuchern gestaltet und gehalten. Beim BarCamp Limburg wird bewusst eine Themenvorgabe vermieden, so dass eine Mischung aus verschiedensten Fachgebieten erfolgt. Auf diese Weise kann es z. B. Sessions mit Steuertipps ebenso geben, wie zu Kommunalpolitik, Reisen oder Sport. Gleichzeitig ist niemand gezwungen, eine Session – so heißen die einzelnen Beiträge eines BarCamps – zu halten. Wer bei allen Sessions lediglich zuhören möchte, ist ebenso herzlich willkommen. Die gemeinsamen Pausen geben Zeit zum entspannten Kennenlernen und Austausch.
 
Wer organisiert das?
 
Das ehrenamtliche Orga-Team des BarCamp Limburg besteht aus Florian Brandhoff aus Hünfelden und Diana Jordan aus Dornburg. Sie bedanken sich ausdrücklich beim Team der Friedrich-Dessauer-Schule, der Volksbank Rhein-Lahn-Limburg eG, der LVM Versicherungsagentur Dankof und Kerstin Löwer – Heunetzshop, die das BarCamp Limburg 2024 unterstützen.
 
Der Verein zur Förderung der Netzkultur im Rhein-Main-Gebiet e.V. stellt die administrative Infrastruktur zur Verfügung.
 
Kontakt und Fragen bitte an:
Florian Brandhoff, Diana Jordan
E-Mail: info@barcamp-limburg.de
 
Verein zur Förderung der Netzkultur im Rhein-Main-Gebiet e.V.
Parkstraße 22
65189 Wiesbaden
 

 

Dienstag, 2. April 2024

Birgid Eisenbach 80

Die Limburgerin Imagina war als Ehefrau des deutschen Königs Adolf von 1292 bis 1298 römisch-deutsche Königin. Jahrhundertelang wusste das kaum jemand. Diese Zeiten sind vorbei – der Bekanntheitsgrad der ranghöchsten Bürgerin unserer Stadt steigt seit einigen Jahren unaufhaltsam. Das hat Imagina einer anderen Limburgerin zu verdanken: Birgid Eisenbach, die als Stadtführerin gerne auch in die Rolle der römisch-deutschen Königin schlüpft, um den Teilnehmern ihrer Themenführungen die Stadthistorie näher zu bringen.

 

Das ist nur eine von zahlreichen Aktivitäten, denen Birgid Eisenbach sich verschrieben hat. Sie engagierte sich als Elternbeiratsmitglied, war lange im Seniorenbeirat des Kreises aktiv, führte 15 Jahre den Hausfrauenbund („Limburg aktiv“) und vertrat die Interessen der Bürger der Kernstadt zwölf Jahre lang im Ortsbeirat. Dort setzte sich die Christdemokratin engagiert für die Lösung der großen und kleinen Probleme unserer Stadt ein. Dass sie Limburg wie ihre Westentasche kennt, liegt zum einen an ihrem großen Interesse und Engagement, welches sie ständig in Kontakt mit zahlreichen Mitbürgern bringt; zum anderen erfährt sie aber auch andauernd als Stadtführerin (sehe oben), wie Touristen unsere Stadt wahrnehmen. Dazu eine Zahl: sie hat mittlerweile mehr als 2.000 Führungen durchgeführt. Wer einmal eine solche Führung miterleben durfte, wird sie nicht mehr vergessen – Birgid Eisenbachs Begeisterung für Limburg und die Stadtgeschichte ist ansteckend, ihr pädagogisches und rhetorisches Geschick unvergleichlich.

 

Heute feiert Birgid Eisenbach ihren 80. Geburtstag. Die Postbeamtin wurde als Birgid Kohlbeck in Montabaur geboren und war ein halbes Jahrhundert lang mit Rudi Eisenbach verheiratet. Der langjährige Vorsitzende der Europa-Union ist leider bereits 2019 verstorben, er wäre kommende Woche 85 Jahre alt geworden. Zu Ihrem Ehrentag gratulieren ihre Kinder und vier Enkel. Wir schließen uns an: Herzlichen Glückwunsch, Birgid Eisenbach!

 

Birgid Eisenbach wird heute 80 Jahre alt
Birgid Eisenbach wird heute 80 Jahre alt

 

Montag, 1. April 2024

Sensation: Dr. Marius Hahn will Landrat werden

Dr. Marius Hahn, derzeit noch Bürgermeister von Limburg, will Landrat werden und sorgt damit für nicht weniger als eine Sensation.

Wochenlang hatte seine Partei, die SPD, getrickst und getäuscht, der strategisch nicht unbewanderte Unterbezirksvorsitzende Tobias Eckert hatte gar kurzzeitig eine Scheinkandidatin ins Rennen geschickt. Doch jetzt die die Katze aus dem Sack: Gestern, also kurz vor Ablauf der heute endenden Bewerbungsfrist, reichte Hahn seine Unterlagen beim Kreiswahlleiter ein. Damit hat Amtsinhaber Michael Köberle einen veritablen Herausforderer bekommen. Die Wahl am 9. Juni verspricht nun spannend zu werden.

Aber warum wagt Dr. Marius Hahn diesen Schritt? Seine Antwort ist einfach. Er habe in Limburg alles erreicht, der Stadt gehe es so gut wie nie in ihrer Geschichte, und deshalb suche er eine neue Herausforderung.

Zitat Hahn: „Als ich 2015 für die Spitzenposition im Rathaus kandidierte, hatte ich zwei Ziele: Eins davon war, einen neuen Politikstil einzuführen. Ich wollte ‚Limburg den Bürgern zurückgeben‘. Und das andere war ein konkretes Sachziel: Ich wollte das Rathaus aus der Innenstadt auf die Grüne Wiese verlagern, um der Verwaltung zu repräsentativeren und angenehmeren Arbeitsbedingungen zu verhelfen.“

Der Noch-Bürgermeister ist überzeugt, beide Ziele eindrucksvoll erreicht zu haben. Limburg sei noch nie so basisdemokratisch regiert worden wie in seiner Amtszeit. Die Verwaltung träfe Entscheidungen nicht gegen, sondern mit den Bürgern und zivilgesellschaftlichen Institutionen, und das in einem immer transparenten und ergebnisoffenen Verfahren. Sein zweites Ziel sei so weit verwirklicht, dass weder er noch die allermeisten Verwaltungsmitarbeiter die Innenstadt jemals sehen geschweige denn betreten müssten.

Wahlkampfmanager von Marius Hahn wird Dr. Frank Schmidt, der Löhnberger Bürgermeister. Beide verbindet eine jahrzehntelange politische Freundschaft. Offen ist, wer für die SPD in Limburg als Bürgermeisterkandidat antritt, sollte Hahn die Landratswahl gewinnen. Hinter vorgehaltener Hand ist von zwei Frauen die Rede, die beide bereits ihre Truppen sammeln, um im Fall der Fälle kurzfristig die notwendige Mehrheit für die Kandidatur zusammen zu bekommen. Ihr Vorbild ist die kürzlich zur Villmarer Bürgermeisterin gewählte Alicia Bokler.

Wie auch immer: Sowohl Stadt- als auch Kreispolitik versprechen in den kommenden Monaten spannend zu werden.
 

 

Stadt Limburg führt Flatrateknöllchen ein

Entbürokratisierung und Deregulierung – so lautet das Gebot der Stunde. Da sind sich deutschlandweit alle einig. Der Weg zu diesem Ziel ist allerdings lang und wird notwendigerweise eine Aneinanderreihung vieler kleiner Schritte sein. Einer dieser Schritte ist das heute in Kraft getretene „Vierte Verwaltungsverfahrensvereinfachungsgesetz“ (VVvvG).

Die Limburger Stadtverwaltung hat sich entschlossen, eine spezielle Regelung aus dem VVvvG in unserer Stadt umzusetzen: die „kumulierte Vorabbegleichung definierter Zahlungstatbestände“, wie es im schönsten Beamtendeutsch heißt (§§34-36 VVvvG). Worum geht es konkret? Ab 2025 können Verkehrssünder ihre Bußgelder gesammelt im Voraus bezahlen, und zwar in drei Kategorien:

Kategorie 1: 100€ für bis zu zehn Verstöße
Kategorie 2: 500€ für bis zu 75 Verstöße
Kategorie 3: 1.000€ für eine unbegrenzte Zahl von Verstößen

Das bedeutet: Wer bis zum 31.12.2024 unter Angabe seines KFZ-Kennzeichens 100€/500€/1.000€ an das Ordnungsamt überweist, muss für seine ersten zehn bzw. 75 oder sogar alle Verkehrsknöllchen des Jahres 2025 nichts bezahlen. Warum bietet die Stadt das an? Dazu die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung: „Die Abwicklung eines Knöllchens kostet uns insgesamt im Durchschnitt 22,78 Euro. 76% aller Geldbußen, die das Limburger Ordnungsamt verhängt, betragen allerdings nur bis zu 20 Euro. Bei drei Viertel der Knöllchen legt die Stadt also drauf, weil die Buße selbst niedriger ist als die Verwaltungskosten.“

Und warum sollten Bürger das Angebot in Anspruch nehmen? Ganz einfach: weil es sich lohnt. Immerhin kostet ein Vergehen in Kategorie 1 nur 10 Euro, und in Kategorie 2 sind es sogar weniger als sieben Euro. Im Vergleich: ein einfaches Parkvergehen – die billigste Verkehrssünde in der Straßenverkehrsordnung – wird mit zehn Euro geahndet. Alle anderen Verstöße sind teurer.

Wichtig: das Flatrateknöllchen gilt nur für ein Auto und nur für Verstöße, die vom Limburger Ordnungsamt geahndet werden (können). Damit sind erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen sowie Trunkenheitsfahrten, die zu Punkten in Flensburg und ggf. sogar Fahrverboten führen, ebenso ausgeschlossen wie alles, was außerhalb der Stadtgrenzen geschieht.
 

 

Mittwoch, 27. März 2024

Ostereierschießen

Auch in diesem Jahr wieder fester Bestandteil des Kalenders: das Ostereierschießen des Limburger Schützenvereins. Danke an alle Aktiven für diesen Einsatz für einen guten Zweck!

 


 

Donnerstag, 12. Oktober 2023

Ein viel zu wenig bekanntes Kleinod...

 ...ist der Spielplatz in Aull, direkt am Fahrradweg von Staffel nach Diez gelegen. Schöne Spielgelegenheiten sowie ausreichend Tische und Bänke für Eltern und Großeltern werden gekrönt von der wahren Attraktion: Der Hambach fließt mitten durch die Anlage. Alle, die selbst einmal Kind waren, wissen: Wasser geht immer! Nicht nur, aber auch deswegen ist auch der Spielplatz im Tal Josaphat so attraktiv. Gut, dass demnächst mitten in der Stadt, auf dem Neumarkt, weitere Wasserspiele für Kinder entstehen.