Sonntag, 17. Juni 2018

Ein CSU-Stadtverband Limburg?

Mit dem möglichen Bruch zwischen CDU und CSU, eventuell einhergehend mit einer bundesweiten Ausdehnung der Christsozialen, steht die Frage nach den möglichen Konsequenzen für die Limburger Parteienlandschaft im Raum. Zunächst einmal sieht es so aus, dass eine Mehrheit der CDU-Funktionäre und -Mandatsträger im unionsinternen Streit über die sofortige Zurückweisung bereits registrierter „Flüchtlinge“ eindeutig auf Seiten Horst Seehofers steht. Wenn man gewöhnlich gut informierten Kreisen glauben darf, sprachen sich im Rahmen einer Vorstandssitzung der CDU Limburg am vergangenen Mittwoch nahezu alle Redner dafür aus, den Bundesinnenminister und die bayerische Schwesterpartei zu unterstützen. Halbwegs nachdrückliche Wortmeldungen zugunsten der Bundeskanzlerin und CDU-Bundesvorsitzenden Merkel gab es demnach keine. Wirklich verwunderlich ist das nicht, sind größere Teile der Limburger Christdemokraten doch seit Jahrzehnten nach Süden hin orientiert. So hat die Junge Union Limburg schon in den 1990er Jahren sehr erfolgreich Fahrten zum alljährlichen Politischen Aschermittwoch in Passau angeboten, an denen damals regelmäßig eine hohe zweistellige Zahl an jungen Politikinteressierten teilgenommen hat. Etwa zur gleichen Zeit konstituierte sich ein „CSU-Freundeskreis Nassauer Land“, der sich ebenfalls nicht über mangelnden Zulauf zu beklagen hatte.

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass eine Mehrheit der hiesigen Christdemokraten unionsintern zur anderen Fahne wechseln würde, sobald dies möglich wäre. Dafür ist bei vielen, oft nach jahrzehntelanger aktiver Mitgliedschaft, die emotionale Verbundenheit mit „ihrer“ Partei – der Partei Adenauers, Erhards und Kohls – zu groß. Gleichzeitig wollen die CDU-Oberen in Limburg die Gründung eines CSU-Stadtverbandes jedoch sicher nicht dem Zufall überlassen, sondern vielmehr das Heft des Handelns in der Hand behalten. Entsprechend ist davon auszugehen, dass eine christsoziale Neugründung in der Domstadt unter der Regie von erfahrenen CDU-Aktivisten stattfinden würde. Alles andere wäre aus Sicht der CDU ein Vabanquespiel, weil man nie wissen kann, welche Politdesperados, möglicherweise mit AFD-Vergangenheit, sich in einer „CSU Limburg“ zusammenfinden würden.

Zu den interessanten weiteren Fragen würde gehören, ob und in welchem Ausmaß es zu CSU-Abspaltungen von den CDU-Fraktionen in den Kommunalparlamenten käme. So böte eine CSU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung der neu gegründeten Partei die Möglichkeit, aus dem Stand pressewirksam in die Kommunalpolitik einzusteigen und parallel den Wahlkampf für die Kommunalwahl 2021 vorzubereiten. In der Limburger CDU-Stadtverordnetenfraktion dürfte jedoch höchstens eine Handvoll der 19 Parlamentarier für einen Wechsel zur Verfügung stehen.

Wahltaktisch könnte ein Nebeneinander von CDU und CSU bedeuten, dass die Union ihr Wählerpotenzial mittelfristig noch besser ausschöpfen kann als sie es ohnehin schon immer tut. Absolute Mehrheiten im Stadtparlament für beide Unionsparteien zusammen wären dann durchaus in Reichweite. Und der neu zu gründende CSU-Stadtverband müsste entscheiden, ob er 2021 einen gemeinsamen Kandidaten mit der ehemaligen Schwesterpartei aufstellen oder einen eigenen Bürgermeisterkandidaten gegen den glück- und profillos agierenden Amtsinhaber Dr. Marius Hahn ins Rennen schicken würde.

Sonntag, 10. Juni 2018

Auf den derzeit wahrscheinlich ranghöchsten Limburger...

...konnte man am vergangenen Wochenende beim Blick in das Magazin „The Economist“ stoßen. Denn dort war ein Leserbrief zu lesen, den ein gewisser „Professor Joachim Wuermeling, Member of the executive board, Deutsche Bundesbank“ unterschrieben hat.


Joachim Wuermeling. Foto: Deutsche Bundesbank
In seiner Zuschrift setzt sich Wuermeling kritisch mit einem Economist-Artikel auseinander, dessen Verfasser gefordert hatte, dass Otto Normalverbraucher ein Girokonto bei der Zentralbank eröffnen können müssen dürfe. Das hätte geldpolitische Auswirkungen, denen der Economist offen, Wuermeling jedoch skeptisch gegenübersteht.

Dieser Schlagabtausch über die Geldpolitik jedoch soll hier nicht Thema sein, sondern die Tatsache, dass Joachim Wuermeling, geboren 1960, einige prägende Jahre seines Lebens in Limburg verbracht hat: Er kam 1975 mit seiner Familie nach Limburg, nachdem der Kreistag seinen Vater Georg zum Landrat gewählt hatte – was dieser auch bis zu seinem frühen Tod 1989 blieb. 1979 machte Joachim an der Tilemannschule sein Abitur, anschließend das erste und zweite juristische Staatsexamen und dann ganz schnell Karriere: Er war Ministerialbeamter, Mitarbeiter der EU-Kommission, Europaabgeordneter, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und dann Mitglied im Vorstand des Verbandes der Sparda-Banken, bevor er 2016 in den Vorstand der Bundesbank berufen wurde.

Joachim Wuermeling lebte mit seinen Eltern und drei Geschwistern in der Rheinstraße. Vielen Limburgern ist nicht nur Vater Georg, der Landrat, in guter Erinnerung, sondern auch Ursula Wuermeling, Joachims Mutter, die sich unter anderem in der Kirchengemeinde St. Hildegard – sie war dort Lektorin und aktives Mitglied des Kirchenchores – sowie als Spanischlehrerin an der Kreisvolkshochschule engagierte.

Was viele nicht wissen: Nicht nur Joachim Wuermelings Vater, sondern auch sein Großvater Franz-Josef war Politiker, und zwar von 1953 bis 1962 als Familienminister unter Konrad Adenauer. Er machte sich einen Namen durch den „Wuermeling-Pass“, auch „Karnickelschein“ genannt, der kinderreichen Familien von 1956 an bis Anfang der 1990er Jahre zu günstigeren Eisenbahn-Fahrscheinen verhalf. Dessen Vater Bernhard wiederum war für die Zentrumspartei aktiv und auf dem Höhepunkt seiner Karriere von 1919 bis 1922 Oberpräsident der preußischen Provinz Westfalen. Damit ist die Beschreibung der Politikerdynastie aber noch nicht zu Ende, denn Bernhards Vater, Joachims Ur-Ur-Großvater, war ebenfalls Zentrumspolitiker und unter anderem einige Jahre Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses. 

Joachims Vater Georg. Wahlplakat aus den 1970er Jahren. Foto: KAS/Archiv für christlich-demokratische Politik

Dienstag, 5. Juni 2018

"Tiger und Löwen profitieren von ihrem Leben im Zirkus"

Der in Monte Carlo im Jahre 2017 preisgekrönte Zirkus Charles Knie kommt zu einem Gastspiel nach Limburg und gastiert vom 7. bis zum 9. Juli auf dem Marktplatz.
Ganz besonders stolz sind die Veranstalter darauf, dass ihnen die Verpflichtung des englischen Tierlehrers Alexander Lacey gelungen ist. Dieser habe viele Preise in seiner einmaligen Karriere gewonnen, darunter auch die höchste Auszeichnung beim „Internationalen Circusfestival von Monte Carlo“. Nach einem 6-jährigen Engagement, als Star des Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus, dem größten Circus der Welt in den Vereinigten Staaten, ist Alexander Lacey mit seiner gemischten Raubtiergruppe zurück in Europa.

Im Folgenden lesen Sie ein ausführliches Interview mit dem internationalen Stardompteur:

Gibt es für einen Raubtierlehrer überhaupt noch ein anderes Thema als das Wildtierverbot?


Alexander Lacey: Ich bin mit dieser Diskussion aufgewachsen. Schon in der Generation meiner Eltern ging es um die Frage, ob man Tiere in Gefangenschaft halten darf. Der Unterschied zu früher ist, dass die Tierrechtsorganisationen inzwischen mit teuren Kampagnen Stimmung machen.

Macht Ihnen Ihr Beruf trotz der vielen Anfeindungen noch Freude?


Lacey: Mein Beruf gibt mir die Gelegenheit mit Tieren zu arbeiten. Ich bin beim Zirkus, weil ich Großkatzen liebe. Meine Löwen und Tiger sind meine Passion. Mein Eltern haben mich erstmal fünf Jahre Käfige putzen lassen. Ich war zwölf. Und mit 17 wollte ich immer noch Tierlehrer werden. Erstmal muss man realisieren, dass es eine harte Arbeit ist, 365 Tage im Jahr Verantwortung für Tiere zu übernehmen. Und ich liebe immer noch, was ich tue.

Ginge es Ihren Tieren in freier Wildbahn nicht besser?


Lacey: Nein. Es ist die falsche Botschaft, zu behaupten, dass Tiere auf jeden Fall in der Wildnis besser leben. Dieses Argument zieht nicht mehr, weil kaum noch echte Wildnis vorhanden ist. Fast siebeneinhalb Milliarden Menschen auf diesem Planeten lassen Wildtieren nicht mehr viele Lebensräume übrig. Tieren das Leben so gut wie möglich zu gestalten, ist das Gebot der Stunde.

Und dafür ist Zirkus der richtige Ort?


Lacey: Zum Beispiel. Tierschützer sollten alle Anstrengungen unterstützen, die sich für den Erhalt der Arten einsetzen. Mit meinem Bruder Martin sorgen wir dafür, gesunde Populationen von Tigern und Löwen aufzuziehen. Wir haben zusammen acht verschiedene Stammbäume bei Löwen und vier bei Tigern, damit können wir theoretisch fünf Jahrzehnte lang gesunden Nachwuchs bekommen ohne Inzucht.

Und das ist besser als in der Wildnis?


Lacey: Den Tieren in freier Wildbahn geht es doch schlechter als jemals zuvor. Es sind nur noch Inseln als Lebensräume übrig, das führt zu großen Problemen. Es gibt vermehrt Krankheiten und Missbildungen durch Inzucht, die Populationen sind geschwächt. Aber nicht nur. Gerade Großkatzen wie Tiger werden oft erschossen, weil sie menschlichen Siedlungen zu nahe kommen. Was mit Tieren derzeit in der Natur geschieht, macht mich traurig. Für den Erhalt der Arten ist Gefangenschaft die einzige Option.

Warum gibt es dann trotzdem gerade bei Löwen und Tigern im Zirkus so viele Vorbehalte?


Lacey: Es ist ein emotionales Thema. Erkenntnisse aus der Forschung werden ignoriert, etwa dass die Tiere weder bei der Arbeit in der Manege noch beim Transport vermehrt Stresshormone ausschütten. Und es wird ignoriert, dass wir einmal pro Woche von Amtstierärzten kontrolliert werden. Wir sind unter ständiger Beobachtung, wie unter einem Mikroskop.

Das Reisen gefällt ihnen?


Lacey: Die Vorstellung, dass sie unter den vielen Ortswechseln leiden, ist total falsch. Man muss sie nur beobachten, wie sie eine neue Umgebung erkunden. Sie rennen hin und her, riechen und schmecken, sie nehmen unterschiedliche Geräusche wahr. Das gefällt Katzen mit ihrem ausgeprägten Gehör und Geruchssinn. Hier in Heilbronn beobachten sie voller Neugier die Esel und Bisons im Gehege nebenan. Es ist für mich eine Daueraufgabe, ihr Leben interessant zu halten.

Sind Wildtiere in Gefangenschaft demnach glücklich?


Lacey: Tiger und Löwen profitieren von ihrem Leben im Zirkus. Zu glauben, dass ein Löwe nur dann glücklich ist, wenn er viel Platz zur Verfügung hat, ist dumm. Quadratmeter sind nicht wichtig. Großkatzen brauchen vielmehr eine interessante Umgebung. Tiger und Löwen wollen nicht nur jagen, fressen und schlafen. Es sind kluge Tiere, mit der Fähigkeit zu lernen. Und sie wollen beschäftigt sein. Auch Katzen haben schlechte Tage, oder mal Kopfschmerzen. Dann nehme ich sie nicht mit in die Manege und respektiere ihren Zustand. Ich erkenne genau, in welcher Verfassung meine Löwen und Tiger sind und ich kann auch sehen wenn sie besonders glücklich sind.

Was ist Ihre Erwartung an die Zukunft?


Lacey: Ich hoffe, ich kann auch in zehn Jahren noch mit meinen Tieren auftreten. Es gibt immer noch sehr viele Menschen, die unsere Arbeit unterstützen. Ich kann nur dazu ermuntern, hierher in den Zirkus zu kommen mit eigenen Augen zu sehen, was ich tue. Ich sehe nicht, dass die Organisationen sich um Tiere kümmern. Ich bin jeden Tag mit meinen Tieren zusammen, widme ihnen den Großteil meiner Zeit, ohne dabei jemals reich zu werden. Wenn ich für jede Stunde Geld bekäme, wäre ich längst Millionär.

Wie kommt es zu dem vertrauten Umgang mit den Tieren?


Lacey: Ich lasse sie erst gar nicht lernen, eine Aufgabe zu verweigern. Wenn sie das einmal kapiert haben, wird es gefährlich. Dafür muss ich vorher erkennen, ob das Tier in dem Moment bereit ist, die Aufgabe zu erfüllen. Dann glauben sie, es tun zu wollen. Würde ich sie zwingen, dann würde ein 450-Kilo-Löwe realisieren, dass er mich töten kann. So denkt er, ich bin der Boss. Das funktioniert aber nur, wenn man ihren Respekt gewinnt. Und sie respektieren und sie mögen mich. Ich kenne ihre Körpersprache, die Art, wie sie den Schwanz halten, die Ohren anwinkeln, ihren Gesichtsausdruck. Ich erlebe sie ja nicht nur in der Show, sondern den ganzen Tag.

Sind sich Hauskatzen und Großkatzen ähnlich?


Lacey: Unbedingt. Großkatzen sind wirklich wie Hauskatzen, sie schenken mir nur dann ihre Zeit, wenn sie es wollen. Es gibt Unterschiede im Temperament und in der Intelligenz. Manche lernen leichter und arbeiten mit, andere sind faul. Ich hatte noch nie ein Tier, dass ich nicht mit in die Manege nehmen konnten. Verhaltensauffälligkeiten sind auch das Ergebnis von Inzucht.

Wurden Sie jemals verletzt?


Lacey: Nein. Ich habe ein paar Kratzer, die kommen vom manchmal rauen Umgang zwischen uns, der Teil der Routine ist. Die Tiere attackieren sich auf Kommando, das Publikum will nicht die ganze Nummer lang schmusende Löwen und Tiger sehen. Angst habe ich nicht. Ich würde nicht in den Käfig gehen, wenn mein Leben in Gefahr wäre.

Foto: Zirkus Charles Knie

Sonntag, 3. Juni 2018

Einen gelungenen Start in die diesjährige Wahlkampfsaison

legten heute Vormittag die örtlichen Liberalen auf der Limburger Plötze hin. Mit Wolfgang Kubicki hatten sie dafür einen der profiliertesten und unterhaltsamsten Politiker gewinnen können, den die Bundes-FDP derzeit zu bieten hat. Und dieser konnte die hohen Erwartungen durchaus erfüllen. Der Bogen seiner Ausführungen reichte von einem generellen Plädoyer für die individuelle Freiheit und gegen staatliche Bevormundung (zum Beispiel in Sachen Ernährung, Stichwort Zucker) über die Unverzichtbarkeit eines starken Staates in puncto innere Sicherheit bis hin zu den Themenkomplexen Bildung, Digitalisierung und Außenpolitik. Die Fragen aus dem Publikum richteten sich unter anderem auf die Zukunft des Euro, die Sinnhaftigkeit von Volksabstimmungen auf Bundesebene sowie die Notwendigkeit der B8-Umgehung in Lindenholzhausen.

Nicht unter den Tisch fallen darf natürlich, dass auch die lokale Parteiprominenz ihre Aufwartung machte und für sich warb: Marion Schardt-Sauer, FDP-Landtagskandidatin (Bildmitte in schwarz), und Klaus Valeske, Kandidat für das Amt des Landrates (rechts, in blau), stellten sich kurz, knackig uns sympathisch vor, bevor sie dem Promi aus dem hohen Norden das Mikro überließen.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (links, mit Mikro) mit der FDP-Landtagskandidatin Marion Schardt-Sauer (Mite) und dem Landratskandidaten Klaus Valeske (rechts).

Donnerstag, 31. Mai 2018

Zwei Liegewiesen an der Lahn

soll Limburg bekommen, zunächst probeweise. Das hat der Stadtentwicklungsausschuss der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend mit großer Mehrheit beschlossen. Liegewiese bedeutet dabei: Die Wiese wird gemäht und es wird ein Schild aufgestellt, das die Wiese zur Liegewiese erklärt. Außerdem erfahren die Nutzer auf diesen oder einem weiteren Schild, was Sie auf der Wiese dürfen (liegen nämlich) und was nicht (zum Beispiel von der Wiese aus zum Schwimmen in die Lahn steigen). Es handelt sich um einen Versuch, den die Verwaltung zeitnah (=in den nächsten Wochen) umsetzen soll. Der Versuchscharakter der Aktion ist auch der Grund dafür, dass es auf den beiden Liegewiesen keinerlei Infrastruktur (außer Mülleimern vielleicht) geben wird, insbesondere keine Gastronomie und keine Toiletten. Die möglichen Standorte sind seit mittlerweile rund zwei Jahren in der Diskussion. Der aktuelle Beschluss macht nun Nägel mit Köpfen: eine Liegewiese wird auf der Schleuseninsel neben dem ehemaligen Schlachthaus sein, wo jetzt der Schachclub und der Rauchclub residieren, die andere zwischen Neuer Lahnbrücke und Lahnkampfbahn.

Liegewiese 1: Zwischen Neuer Lahnbrücke und Lahnkampfbahn

Liegewiese 2: Auf der Schleuseninsel, neben dem ehemaligen Schlachthof

Dienstag, 8. Mai 2018

Eine Nordumgehung (und evtl. mehr) ...

...von der Staffeler Lahnbrücke durch die Augärten und den Wasserhaus- sowie den Offheimer Weg zur A3/B49 hatte Landrat Manfred Michel im vergangenen Sommer ins Gespräch gebracht. Anlass seiner Überlegungen war bzw. ist der schlechte Zustand der Staffeler Brücke, die entweder generalsaniert oder sogar neu gebaut werden muss. Da fragte der Landrat sich und die Öffentlichkeit: Warum die Brückenplanungen nicht für den großen Wurf nutzen und einen Beitrag zur Lösung der Limburger Verkehrsprobleme leisten? Aus der Verbindung Staffel-Augärten-Brückenvorstadt-A3/B49 könnte dann eine komplette West-Nord-Umgehung werden, wenn es auch noch eine Verbindung durch das Schierlinger Feld an der JVA Diez vorbei zur Diezer Straße gäbe.

In der gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlun
g fragte die FDP-Fraktionsvorsitzende, welche Position der Magistrat zu diesem nun schon ein Dreiviertel-Jahr alten Vorschlag stehe. Die Antwort des Bürgermeisters: Die Idee würde im Rahmen des Konzeptes „Masterplan Mobilität“ geprüft, und zwar seit etwa einem halben Jahr. Für die Sitzungsrunde nach der Sommerpause kündigte er eine Beschlussvorlage der Verwaltung an, auf deren Basis dann über die Sinnhaftigkeit einer Nord-West-Umgehung und ggf. das weitere Vorgehen entschieden werden könne.


Blick vom Kaufland-Parkplatz in Richtung Schafsberg über die Lahnaue hinweg, durch die die Umgehung nach der Vorstellung von Landrat Michel geführt werden könnte.

Freitag, 4. Mai 2018

Campingplatz: Wie weiter?

Der gestern schon einmal zitierte Campingexperte hat sich vorgestern in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Stadtverordnetenversammlung nicht nur zu dieser Form des Tourismus im Allgemeinen geäußert, sondern auch konkrete Vorschläge für eine Attraktivitätssteigerung des Limburger Campingplatzes vorgelegt. Wir dokumentieren die interessantesten seiner Ideen:

- Trotz des natürlichen Standortvorteils geht der Fahrrad- und Kanutourismus entlang der Lahn derzeit im wahrsten Sinne des Wortes an unserem Campingplatz vorbei. Radfahrer und Kanuten sollten nach Ansicht des Experten aber als Zielgruppe erschlossen werden,
 

- Dafür bieten sich die immer populärer werdenden "vermietbaren Einheiten" (Hütten, Tonnen etc.) an, denn Fahrradfahrer und Kanuten haben eher selten Wohnwagen oder -mobile bei sich, allerhöchstens Zelte. Zusätzlich müsste spezifische Infrastruktur zur Verfügung stehen, zum Beispiel abschließbare Fahrradboxen.
 

- Besonders interessant war die Idee des Gutachters, für die „vermietbaren Einheiten“ eine Erweiterung Campingplatz-Geländes auf den Lahnhang (Richtung Obere Seilerbahn) zu prüfen. Mit diesem Terrain würde nicht nur irgendwie und irgendwo neue Fläche geschaffen, sondern es würde sich auch um hochwassersichere Fläche handeln.
 

- Kritisch sieht der Gutachter die städtischen Überlegungen in Richtung einer neuen Fußgänger- und Radfahrerbrücke, die den Campingplatz je nach Standort erheblich tangieren und seine Funktionsfähigkeit einschränken würde.
 

- Ebenso kritisch steht der Experte der Tatsache gegenüber, dass die DLRG auf dem Gelände residiert und wichtige Fläche einnimmt.