Donnerstag, 14. Februar 2019

Mauerreste am Greifenberg drohen einzustürzen

Auf dem Greifenberg befinden sich Mauerreste mit einem steinernen Torbogen und einer kleinen Fensteraussparung. Ein Bauzaun verhindert aktuell, unter dem Torbogen durchzugehen. Nach Angaben der Stadt ist die Nutzung des Torbogens zu verhindern, da er einsturzgefährdet ist. Der Torbogen und die noch bestehenden Mauern werden aufgrund ihres Zustands abgerissen. Mauer und Torbogen befinden sich direkt an dem Pfad, der von der Eisenbahnstraße auf den Greifenberg führt, auch der Hauptweg führt an dem Gelände unterhalb des alten Hochbehälters der Bahn vorbei.

Die Mauerreste stammen nicht von einer historischen Anlage, sondern sind Überreste einer kleinen Parkanlage, die der Tierhändler A. Soltau nach dem 2. Weltkrieg errichtete. In der Anlage hielt er Kleintiere und Vögel, für Kinder gab es ein Karussell und Spielmöglichkeiten. Von der Anlage aus waren der Cahensly-Tempel und auch der Aussichtsturm auf der Schanze gut und schnell zu erreichen.

Die kleine Tierhandlung von Soltau befand sich im Haus Kolpingstraße 3 zwischen der Bäckerei und Streichers-Kapelle.

Quelle: Stadtverwaltung Limburg 

  Der Torbogen ist aktuell mit Bauzaun gesichert. Der Bogen droht einzustürzen, die Mauerreste sollen beseitigt werden. (Foto: Stadtverwaltung)

Sonntag, 10. Februar 2019

Wo soll das Street Food kredenzt werden?

Das nächste Food-Truck-Festival findet Ende April statt, zeitgleich zur Whisky-Messe und auf dem Marktplatz. Insbesondere Letzteres stieß bei einigen Stadtverordneten während der letzten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung auf Kritik. Die FDP, die die Urheberschaft für die Idee eines Street-Food- oder Food-Truck-Festivals in Limburg für sich beansprucht, würde die Trucks und das Food lieber in der Innenstadt sehen. Das teilen die anderen Parteien tendenziell, allerdings folgten sie der Argumentation des Bürgermeisters, der berichtet hatte, dass die Anbieter von Street-Food-Events Bedingungen für die betriebswirtschaftlich erfolgreiche Durchführung einer solchen Veranstaltung vorgebracht: man brauche einen großen Platz, auf dem das Festival konzentriert stattfinde, und man brauche ein Wochenende. Damit scheidet nach Ansicht der Stadtverwaltung der Neumarkt aus, denn der ist samstags durch den Wochenmarkt belegt, dem unbedingt Vorrang einzuräumen sei. Was auch ausscheidet, ist die von einzelnen Ausschussmitgliedern eingebrachte Idee, die Trucks bzw. Stände auf die ganze Stadt zu verteilen und Limburg so für ein Wochenende im Jahr zu einer großen Street-Food-Meile zu machen. Das konnte nicht alle Parlamentarier vollständig überzeugen.

Street Food in Peking (Foto: Limblog)

Den Wochenmarkt attraktiver gestalten...

...wollen nicht nur die Marktbeschicker selbst, sondern auch die Stadtverwaltung und alle politischen Parteien. Seit langem findet der Wochenmarkt samstags und mittwochs statt. An den Samstagen ist er immer noch ein Publikumsmagnet; für den Mittwoch kann man das nicht mehr behaupten: hier sinkt die Zahl der Kunden und mit ihr die Zahl der Stände und es droht eine Abwärtsspirale, denn wo immer weniger Kunden sind, sind immer weniger Stände, und wo immer weniger Stände sind, sind immer weniger Kunden. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, findet der Mittwochs-Wochenmarkt schon seit Herbst nicht mehr vormittags, sondern nachmittags statt, und das stößt nach Angaben der Beschicker auf regen Zuspruch der Kundschaft.

Vor einiger Zeit haben sich die Betreiber der diversen Stände zusammengesetzt und eine Reihe von Vorschlägen erarbeitet, die den Markt am Mittwoch noch attraktiver machen sollen. Dazu zählt die Einrichtung einer „Kulturzone Neumarkt“, die Zulassung mobiler Gastronomie (z.B. Suppenküche, Kaffee-Mobil) das Aufstellen von Sitzgelegenheiten sowie bessere und mehr Werbemaßnahmen.

Offen bleibt, wer das alles konkret in die Tat umsetzen und, sofern die einzelnen Maßnahmen Geld kosten, finanzieren soll. Die Stadtverordneten erwarten nun vom Magistrat, die Verantwortlichkeiten im Rathaus zu klären und mit den Marktbeschickern an einer Weiterentwicklung des Marktes zu arbeiten.


Marktbeschicker und Stadtverwaltung möchten den Wochenmarkt attraktiver machen, insbesondere mittwochs. (Foto: Limblog)

Donnerstag, 7. Februar 2019

Rudi Eisenbach: Lehrer, Politiker, Europäer

Limburg trauert um Rudi Eisenbach, der Anfang dieser Woche im Alter von 79 Jahren gestorben ist. Im Hauptberuf Lehrer – und seinen ehemaligen Schützlingen an der Goetheschule noch in bester Erinnerung – wurde er in Limburg in erster Linie als „Mister Europa“ bekannt: Mehr als drei Jahrzehnte stand Rudi Eisenbach der hiesigen Europa-Union als deren Vorsitzender vor und warb in dieser Zeit unermüdlich für den europäischen Gedanken und die Völkerverständigung, indem er zahllose Vorträge, Podiumsdiskussionen und – vor allem – Studienreisen in das In- und Ausland initiierte und organisierte. Vor und zu Beginn seiner Tätigkeit war Eisenbach zudem politisch aktiv, als langjähriger Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes in der 1970/80er Jahren und als Stadtverordneter von 1981 bis 1985.

Rudi Eisenbachs Wirken war stets von unermüdlichem Engagement geprägt. Er war in der Lage, andere zu begeistern, weil er selbst begeistert von dem war, für das er sich einsetzte. So gelang es ihm, den nach der Gebietsreform gegründeten und die CDU-Verbände der neuen Limburger Stadtteile umfassenden CDU-Stadtverband zu einer ebenso harmonischen wie schlagkräftigen Einheit zu formen. Das tat er auf die ihm eigene offene, aber auch immer faire Weise. Er war keiner, der das Fähnchen nach dem Wind hing, sondern er stand zu seinen (politischen) Positionen und ging demokratischen Diskussionen nicht aus dem Weg. Noch weitaus mehr als für die CDU leistete er für die überparteiliche Europa-Union, die er aus einer kleinen Gruppe Europabegeisterter zu einem der stärksten und aktivsten Kreisverbände der Organisation in Hessen weiterentwickelte. Die Europa-Union dankte es ihm mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden. Eine noch höhere Ehrung wurde ihm zuteil, als er für sein gesellschaftliches Engagement den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen bekam.

Rudi Eisenbach (Foto: privat)

Dienstag, 5. Februar 2019

CDU: Stefan Muth soll Stadtverordnetenvorsteher werden

Seit Michael Köberle zum Jahresbeginn Landrat geworden ist, ist das Ehrenamt des Lim-burger Stadtverordnetenvorstehers vakant. Der CDU als stärkster Parlamentsfraktion steht den parlamentarischen Gepflogenheiten gemäß ein (ungeschriebenes) Vorschlagsrecht für diese Position zu. Nun ist bekannt, wer nach Meinung der Christdemokraten neuer Stadtverordnetenvorste-her werden sollte: Stefan Muth aus Offheim. 

Dazu der Fraktionsvorsitzende Dr. Christopher Dietz: „Wir sind sehr froh, einen so qualifi-zierten Nachfolger für Michael Köberle vorschlagen zu können. Stefan Muth ist fest in der Kommunalpolitik verankert, erfahren und bringt auch aus seinem Beruf erhebliches Fachwissen für viele Themen der Stadtpolitik mit.“ 

Besonders wichtig sei zudem, dass der 42-Jährige Architekt als Vorsitzender des Stadtent-wicklungsausschusses in den vergangenen Jahren eindrucksvoll unter Beweis gestellt habe, dass er auch in hitzigen Debatten einen kühlen Kopf bewahren und Sitzungen immer fair, zielorientiert und unparteiisch leiten könne. Dr. Dietz will jetzt möglichst schnell mit den anderen Fraktionen über den CDU-Vorschlag reden und hofft auf eine breite Zustimmung im Stadtparlament.

Zur Person:


Stefan Muth wohnt in Offheim, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. In der Kommunalpolitik engagiert er sich seit 2006, als er zum ersten Mal in die Stadtverord-netenversammlung gewählt wurde. Seit Beginn dieser Wahlperiode (2016) leitet Muth den Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr. Zudem ist er Vorsitzender der CDU Offheim. Muth ist gelernter Bauzeichner und hat anschließend an die Ausbil-dung ein Studium der Architektur absolviert. Er leitet als Diözesanbaumeister das Bauamt des Bistums. Vor seiner Zeit im Bischöflichen Ordinariat hat Muth im Architekturbüro Kramm gearbeitet.

Stefan Muth (Foto: privat)

Samstag, 2. Februar 2019

Mariä Lichtmess bzw. Darstellung des Herrn

... wurde heute Vormittag, 40 Tage nach Weihnachten, im Limburger Dom gefeiert. Damit endete früher (und noch heute in der alten Form des römischen Ritus) die Weihnachtszeit und in nicht wenigen Kirchen und Wohnzimmern von Radikalkatholiken werden nun die Weinachtskrippen und Tannenbäume weggeräumt. Traditionell wurden die Kerzen geweiht, die im Dom im Laufe des Jahres gebraucht werden und man prozessierte in feierlicher Weise mit Kerzen durch den Dom im sogenannten "Brezn-" oder "Brezelgang", d.h. durch das Mittelschiff nach hinten, das linke Seitenschiff nach vorn, durch den Chorumgang hinter dem Altar vorbei, durch das rechte Seitenschiff nach hinten und wieder durch den Mittelgang nach vorn.

Der Anlass für das Fest ist die Darbringung des Jesuskindes im Tempel (vgl. Lk 2,22-40 EU), wo der weise Simeon und die Prophetin Hanna das Jesuskind als eigentlichen Herrn des Tempels erkennen. Das Fest wurde in Jerusalem bereits seit dem 5. Jahrhundert begangen, in Rom begann man es ab Mitte des siebten Jahrhunderts zu feiern. Ursprünglich hieß das Fest "Mariä Reinigung". Mit diesem Namen wurde auf einen jüdischen Brauch Bezug genommen, in dem nach den Vorschriften des Alten Testaments festgelegt war, dass eine Mutter vierzig Tage nach der Geburt eines Sohnes bzw. 80 Tage nach der Geburt eines Mädchens als unrein galt (vgl. Lev 12,1-8 EU) und daher ein Reinigungsopfer in Form eines Schafes oder zweier Tauben darbringen musste. (Quelle: Kathpedia)

Auf das Fest sind wir auch im Rahmen unserer ausführlichen Betrachtung der Limburger Weihnachtskrippen eingegangen.

Darstellung des Herrn in der Weihnachtskrippe

Die zu weihenden Kerzen
 

Wegen ICE-Gebiet: "Amadeus" attackiert Limburger FDP

Etwas – sagen wir mal – sehr Ungewöhnliches dürfen die NNP-Leser heute beim Durchblättern des Lokalteils zur Kenntnis nehmen. Per ganzseitiger Anzeige wendet sich das Unternehmen Amadeus an die politischen Verantwortungsträger der Stadt, um auf eine kommunalpolitische Entscheidung Einfluss zu nehmen. Als wäre das nicht schon ungewöhnlich genug, gehen die beiden Unterzeichner, Volker Deifel und Dirg Parhofer, noch einen Schritt weiter: Sie greifen direkt die örtliche FDP an, indem sie ihr unterstellen, gegen liberale Grundsätze zu verstoßen.

Worum geht es?


Amadeus, seit Jahrzehnten erfolgreich im Wohnungsbau tätig, möchte im Limburger ICE-Gebiet Wohnungen für eine perspektivisch potenziell dreistellige Zahl von Bewohnern errichten. Das ist grundsätzlich auf zweierlei Art möglich: entweder auf einem Grundstück, das noch von der Stadt zu erwerben wäre, oder auf in privater Hand befindlichem Boden. Den Bau von Wohnungen auf einem städtischen Grundstück kann die Stadtpolitik (zunächst einmal) problemlos verhindern, indem sie ihre Grundstücke nicht an Kaufwillige veräußert, die angeben, eben Wohnungen errichten zu wollen. Den Wohnungsbau auf privaten Grundstück muss die Stadt aber zulassen, denn – und darauf beruft Amadeus sich mit Recht – die Teilnutzung des ICE-Gebiets auch für Wohnzwecke steht seit rund zwanzig Jahren in dem nach wie vor gültigen Bebauungsplan. Damals wollte man verhindern, dass sich das Gelände um den neuen „Schnellbahnhof“ zu einer blutleeren Bürostadt entwickelt, die abends und am Wochenende wie ausgestorben ist.

Was sagt die Stadtpolitik?


Die Begeisterung der Kommunalpolitiker dafür, im ICE-Gebiet im größeren Umfang (das heißt: über die eine oder andere Hausmeisterwohnung hinaus) Wohnen zuzulassen, hält sich trotz der eindeutigen Rechtslage in engen Grenzen. Das lassen die bisherigen Äußerungen aus allen Parteien vermuten. Man kann sich – über alle Parteigrenzen hinweg – nur schwer vorstellen, wer ín einem Gewerbegebiet wohnen wollen sollte und befürchtet, dass diese Wohnungen in Zukunft Mieter haben könnten, die man – zumindest im ICE-Gebiet – nicht unbedingt haben möchte. Die Nordstadt lässt grüßen. Auch die Frage nach der Infrastruktur stellt sich. Würden im iCE-Gebiet im großen Stil Wohnungen entstehen, benötigte man früher oder später einen Nahversorger, eine ÖPNV-Anbindung, einen Kindergarten etc. Denn der Platz reicht durchaus für einen neuen Stadtteil.

Wo liegt das Problem?


Wenn sich die Politiker weitgehend einig sind, dass das ICE-Gelände nicht zu einem – wenigstens teilweise – Wohngebiet werden soll, warum fassen sie dann nicht einfach die entsprechend notwendigen Beschlüsse? Die Sache hat zwei Haken: Erstens ist es nicht gerade im Sinne einer langfristig angelegten, vertrauensstiftenden Stadtplanungspolitik, einen Bebauungsplan genau dann zu ändern, wenn ein Investor kommt, der einfach nur umsetzen möchte, was seit zwei Jahrzehnten rechtskräftig im Bebauungsplan steht. Und zweitens drohen Schadenersatzforderungen der privaten Grundstückseigner, deren Grundstücke an Wert verlieren, wenn ihnen eine wichtige Nutzungsmöglichkeit – das Wohnen – im Nachhinein genommen wird. Dabei kann es schnell um erhebliche Summen gehen, für die dann der Steuerzahler aufkommen müsste. Dass da oben bereits mindestens ein weiterer stadtbekannter Investor aktiv ist, der ebenfalls ganz gerne im Bereich Wohnen unterwegs ist, macht die Sache dabei noch ein Stück komplizierter.

Was hat die Limburger FDP damit zu tun?


Mit ihrem offenen Brief weisen die Amadeus-Eigner nicht nur auf diese Punkte hin, sondern greifen eine Partei – ohne sie beim Namen zu nennen – direkt und massiv an: mit mehreren rhetorischen Fragen („Ist es liberal…“/“Seit wann ist es liberal…?“) attackieren sie die örtlichen Liberalen. Warum gerade die? Weil die FDP sich per Antrag und Pressemitteilung bislang am deutlichsten gegen Wohnen im ICE-Gebiet gewendet hat. Ginge es nach ihr (der FDP), dann würde es so gut wie keine Wohnung am ICE-Bahnhof geben.

Fazit: Nicht alles, was geht, ist klug


Investoren haben das Recht, ihre geschäftlichen Interessen im Rahmen der Gesetze zu verfolgen. Nicht mehr und nicht weniger will die Amadeus-Gruppe tun. Selbstredend dürfen Sie auch von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen. Nicht mehr und nicht weniger hat die Amadeus-Gruppe mit ihrem heutigen offenen Brief getan.
Ob aber alles zu tun, was man darf, auch klug ist – das müssen die Herren Deifel und Parhofer selbst wissen.

Der Limburger ICE-Bahnhof sollte einst Keimzelle eines Hochtechologie-Gewerbestandortes werden. Zwanzig Jahre später diskutiert die Stadtpolitik immer noch über das ICE-Gebiet. Foto: Limblog