Donnerstag, 29. November 2018

Hammerschlag-Portraits für das Stadtarchiv


Die Familie Hammerschlag hat über viele Jahrzehnte den Handels- und Wirtschaftsstandort Limburg mitgeprägt. 1843 legte Peter-Joseph Hammerschlag I den Grundstein in der Brückengasse, im heutigen „Haus der sieben Laster“ eröffnete er ein Material-, Farben- und Colonialwaren-Geschäft. Als das Unternehmen 1968 sein 125jähriges begehen konnte, hatte es unter Friedrich Hammerschlag eine entscheidende Wandlung und Entwicklung mitgemacht. Der 1888 geborene Großhandelskaufmann entwickelte aus dem Unternehmen eine Lebensmittelgroßhandlung, die in der Diezer Straße ihre Zentrale aufbaute.


Peter-Joseph Hammerschlag I und Friedrich Hammerschlag einte nicht nur Familie und Beruf, sondern auch politisches Engagement. Der Ältere gehörte als Abgeordneter dem Nassauischen Landtag ein, Friedrich Hammerschlag engagierte sich politisch in der Stadtverordnetenversammlung und wurde 1968 zum Limburger Ehrenbürger ernannt.

Zwei Köpfe aus einer Familie, die sich auch mit Portraits im Stadtarchiv wiederfinden. Dort übergaben nun Ilse Hammerschlag (Tochter von Friedrich Hammerschlag), ihr Neffe Jürgen P. Schulz und dessen Frau Dagmar von Doeming verschiedene Portraits an Bürgermeister Dr. Marius Hahn, Ortsvorsteherin Sigi Wolf und Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker. „Ihre Gabe befindet sich in guten Händen“, versicherte der Bürgermeister und versprach, stets achtsam mit den Portraits umzugehen.


Neben den bereits erwähnten Vertretern gehören zu der nun übergebenden Sammlung noch Portraits von Franz Jacob Hammerschlag und seiner Frau Katharina (die Eltern des Firmengründers), von Jakob Hammerschlag (Bruder von Peter Joseph Hammerschlag I) sowie Peter Joseph Hammerschlag II. 

Mit Ortsvorsteherin Sigi Wolf war eine ehemalige Mitarbeiterin des Unternehmens ebenfalls bei der Übergabe dabei. Der ersten Phase von knapp zehn Jahren im Unternehmen bis 1967 folgte später noch eine zweite Phase, die mit der Aufgabe des Sitzes in Limburg und dem Umzug nach Mainz in den 1980er-Jahren endete.

Quelle: Stadtverwaltung

Eine ganze Reihe von Portraits von Mitgliedern der Familie Hammerschlag übergaben im Stadtarchiv Ilse Hammerschlag (3.v.l.), Jürgen P. Schulz (4.v.l.) und Dagmar von Doeming (2.v.l.) an Ortsvorsteherin Sigi Wolf (links), Bürgermeister Dr. Marius Hahn und Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker. Foto: Stadt Limburg

Gewerkschaft kritisiert laxe Arbeitszeit-Kontrollen

Tricksereien bei der Arbeitszeit fast nie geahndet: Die rund 4.700 Betriebe im Landkreis Limburg-Weilburg müssen nur äußerst selten mit einer Arbeitszeit-Kontrolle der Behörden rechnen. Das kritisiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Nach NGG-Angaben führten die hessischen Aufsichtsbehörden für Arbeitsschutz im vergangenen Jahr landesweit lediglich 1.287 Kontrollen zur Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes durch. Dabei deckten die Beamten 419 Verstöße auf. Dies ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Linken, Susanne Ferschl. Das Schreiben liegt der Gewerkschaft vor.

Rein rechnerisch wird ein Betrieb in Hessen demnach nur alle 130 Jahre kontrolliert, kritisiert NGG-Geschäftsführer Peter-Martin Cox: „Die Zahlen sind schockierend. Das Arbeitszeitgesetz ist eines der wichtigsten Schutzgesetze, das die Beschäftigten haben.“ Es könne nicht sein, dass die Behörden ihre Kontrollen „ausgerechnet in einer Zeit zurückfahren, in der Nacht-, Schicht- und Wochenendarbeit immer stärker zunehmen“, so die NGG Rhein-Main.

Ohne eine echte Kontrolle drohe das Arbeitszeitgesetz zu einem bloßen „Papiertiger“ zu werden. Das sei gerade auch mit Blick auf die Digitalisierung ein großes Problem. „Viele Beschäftigte im Kreis Limburg-Weilburg müssen immer flexibler arbeiten und teils ständig für den Chef erreichbar sein. Da ist es umso wichtiger, dass sie auch mal Luft holen können“, sagt Cox. Nicht ohne Grund schreibe das Arbeitszeitgesetz eine Ruhezeit von elf Stunden zwischen Ende und Anfang der Arbeit vor.


Letztlich gehe es dabei um die Gesundheit der Menschen. Laut Studien der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) steigt das Unfallrisiko nach der achten Arbeitsstunde exponentiell an. Wer regelmäßig nachts oder im Schichtdienst arbeitet, hat danach auch ein erhöhtes Risiko, am Herzen oder an Diabetes zu erkranken. Aktuell arbeitet bereits jeder Neunte länger als 48 Stunden in der Woche, so das Statistische Bundesamt.

Einer Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes, wie sie etwa der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fordert, erteilt Peter-Martin Cox eine klare Absage. „Flexible Lösungen, die für die Betriebe und die Beschäftigten passen, lassen sich per Tarifvertrag vereinbaren“, so der Gewerkschafter. In Branchen wie dem Gastgewerbe und der Ernährungsindustrie hätten sich etwa Arbeitszeitkonten bewährt.
„Statt Änderungen am Arbeitszeitgesetz brauchen wir mehr Kontrollen, damit es auch eingehalten wird“, fordert Cox. Dafür müsse das Personal bei den Arbeitsschutzbehörden massiv aufgestockt werden. Nach Angaben der Bundesregierung waren in ganz Hessen zuletzt nur 234 Beamte für die Kontrolle der Arbeitszeiten zuständig – bei rund 166.000 Betrieben.

Quelle: Pressemitteilung Gewerkschaft NGG

Foto: Tobias Seifert/NGG

Donnerstag, 22. November 2018

Westerwaldlied: Die Stellungnahme der FDP Limburg-Weilburg

Limblog hatte den demokratischen Parteien im Landkreis einen Fragenkatalog zur Presseposse um das Westerwaldlied geschickt. Die FDP ist zwar nicht im Einzelnen auf unsere Fragen eingegangen, hat uns aber eine sehr nachdenkenswerte Antwort zukommen lassen. Die Antwort findet sich auch auf der Webiste des FDP-Kreisverbandes.

"Für Freie Demokraten ist die zunehmende Emotionalität bei einer Vielzahl wichtiger Themen in unserem Land befremdlich. Wenn Äußerungen u.a. zu Migration, Leistungsmissbrauch, politischer Extremismus, Energiewende, Dieselfahrverbote sofort primär emotional angegriffen werden und dem der sie kundtut, das Gefühl vermittelt wird „DU bist ein schlechter Mensch“ – stimmt etwas nicht.
Wenn das Gefühl vermittelt wird, es gibt „gute“ und „schlechte“ Meinungen – dann schränkt dies zunehmend die Meinungsfreiheit in unserer offenen Gesellschaft ein. Wenn schon das Vorbringen von sachlichen Argumenten zu teilweise hasserfüllten Entrüstungsstürmen führt – ist es nicht gut bestellt um die Debattenkultur.

„Politisch korrekt“ – das ist zunehmend der Nebel, der über politischen Debatten in unserem Land wabert. Viele äußern sich schon gar nicht mehr, weil siebefürchten in eine Ecke gestellt zu werden, einen „shitstorm“ oder andere Attacken über sich ergehen lassen zu müssen.

Wie ist es um die Meinungsfreiheit in einem solchen Land bestellt?

Demokratie lebt von der Debatte, dem inhaltlichen Diskurs. Wenn aber Themen zu „Glaubensfragen“ gemacht werden, hat es jede sachliche Debatte schwer bzw. finden solche zunehmend nicht mehr statt; Demokraten schweigen.

Der Limblog hat den Parteien im Landkreis Fragen zu einer solchen Debatte übermittelt. Es geht um das Westerwaldlied, das Vertreter der Jungen Union (JU) Limburg-Weilburg in Berlin in eine Kneipe gesungen haben. Wir werden diese Fragen nicht beantworten sondern geben diese Stellungnahme ab. Die Fragen werden dem Thema, seiner Tragweite und der Bedeutung nicht gerecht.
Warum geht man einen solchen Vorfall nicht nüchtern anhand der Fakten und ohne Kniefall vor den immer stärker die (Meinungs-)Freiheit einschränkenden Druck der „Political Correctness“ an?
Was haben wir vor allem: Eine völlig überzogene Medienkampagne.

Freie Demokraten sind vor allem Freunde der Freiheit in unserem Land. Achtung der Gesetze, unsere Verfassung– dies ist unser Kompass. Für oder gegen Moralapostel lassen wir uns nicht einspannen. Am Ende leidet etwas, was leider schon sehr strapaziert ist in unserem Land: FREIHEIT!
Das Lied ist nicht verboten. Es handelt sich um ein identitätsstiftendes Volks- und Wanderlied und ist eine Hymne der Westerwälder, so wie vielleicht das Bayernlied. Die Tatsache, dass die Wehrmacht das Lied, wie die Bundeswehr oder auch die Fremdenlegion gesungen hat, ist zwar korrekt, aber das macht den Inhalt des Liedes ja nicht problematischer. Warum diskutieren wir nicht darüber, dass wir es zulassen, dass Musik die als universelles die Völkerverständigung im Sinne hat, durch den Missbrauch eines Regimes tabuisiert wird? Eine spannende Debatte, doch schnell kommt die ängstliche Frage: Darf man das sagen?

Im Trubel der Szenekneipe hat die Dame, die das Verhalten der Vertreter der JU öffentlich anklagt, diese Jugendlichen gefilmt, als sie das Westerwaldlied singen. Das anschließende Veröffentlichen dieses Videos ist aus Sicht des Schutzes von Persönlichkeitsrechten mehr als bedenklich – ja inakzeptabel. Nur weil die Medien sich begeistert auf diesen „Skandal“ stürzen, rechtfertigt das nicht das Verletzen von zentralen Grundrechten.

Unter dem Aspekt der Verhältnismäßigkeit gilt es zu Bedenken, dass mit diesem offenkundig ohne Einverständnis der Betroffenen gedrehten und veröffentlichten Film möglicherweise das komplette Leben der betroffenen Jugendlichen beeinflusst wird. Das zeigt von wenig Respekt gegenüber diesen Menschen. Respekt darf sicher keine Einbahnstraße sein.
I
ch weiß nicht, ob es gelungen ist, unser Kernanliegen – die Freiheit- sachlich genug zu transportieren. Es kann gut sein, dass auch dieses Statement einen „Sturm“ nach sich zieht.
Doch gerade deswegen meinen wir, es ist an der Zeit deutlicher öffentlich die Stimme der Vernunft zu erheben, Fakten zu benennen, Fragen zu stellen und sachlich zu bewerten. Warum sollte man in unserem Land keine Fakten mehr öffentlich äußern dürfen oder eher das Gefühl vermittelt bekommen: Keine gute Idee!

Es leidet die Freiheit und die Demokratie. Wir treten dafür ein, dass jeder seine Meinung äußern kann – auch wenn es inhaltlich nicht unsere Meinung ist .
Das stört uns grundsätzlich an dieser Debatte und so vielen anderen Debatten.
Und wir hatten von einem Presseorgan, hier Betreiber eines Blog, auch eher erwartet, diesen grundsätzlichen Aspekt – der zunehmend Bürgerinnen und Bürger stört – einmal aufzugreifen.

Was wird gesagt in unserem Land und was darf man noch sagen?
Eine solche Debatte wäre sehr lohnenswert – für die Freiheit!"

Montag, 19. November 2018

"Wir gehören zusammen"

1500 Kinder beim Sternsingertag in Limburg


Ein großer Stern zieht durch die Limburger Altstadt und mit ihm etwa 1.500 Kinder. Sie alle sind am Samstag, 17. November, nach Limburg zum traditionellen Sternsingertag gekommen. Unter dem Motto „Wir gehören zusammen. In Peru und weltweit“ stehen bei der 61. Aktion Dreikönigssingen Kinder mit Behinderungen im Mittelpunkt. Der Sternsingertag ist die große Auftaktveranstaltung der Aktion Dreikönigssingen im Bistum Limburg. Organisiert wird er vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). 

Bänder als Zeichen des Zusammenhalts


Der Tag startete mit einem Wortgottesdienst im Limburger Dom und in der Stadtkirche. „Seid gute, weise Menschen, die das Abenteuer des Lebens bestehen und daraus etwas richtig Gutes machen, denn wir gehören zusammen“, sagte Generalvikar Wolfgang Rösch im Dom. Als Zeichen für die gemeinsame Stärke wurden Bänder verteilt. Indem jedes Kind jeweils ein Ende festhielt und der Nachbar das andere, waren alle miteinander verbunden.
Ebenso in der Limburger Stadtkirche. Diözesanjugendpfarrer Uwe Michler sagte: „Jeder von uns hat ganz verschiedene Eigenschaften und jeder bringt seine Stärken ein. Der eine hat vielleicht viel Kraft, der andere liest gut, wieder ein anderer ist musikalisch oder hilfsbereit. Und nur, wenn jeder seine Fähigkeiten einbringen kann, sind wir gemeinsam stark.“

Bunte Legosteine und eine Rampe


Nach den Gottesdiensten zogen die Kinder mit einem großen Stern durch die Limburger Altstadt zur Stadthalle. Hier erwartete die Sternsinger ein Kulturprogramm mit den Moderatoren Christiane Krüger-Blum und Thorsten Klug. Dabei wurden das Motto und das diesjährige Beispielland Peru mit Musik und einem Video vorgestellt. Zudem ermutigte Rösch die Kinder mit den Worten: „Denkt nicht zu klein von euch. Ihr könnt viel bewegen.“
Dies stellten sie kurze Zeit später unter Beweis. Melanie Goßmann, BDKJ Referentin für Internationale Gerechtigkeit und Grundsatzfragen, stolperte, als sie auf die Bühne kam. Wie sollte sie nun im Rollstuhl wieder von der Bühne kommen? „Warum bauen wir nicht einfach eine Rampe?“, schlug ein Kind vor. Gesagt, getan. Innerhalb von einer Stunde schafften es die Sternsinger mit großen Legosteinen eine Rampe zu bauen, sodass Goßmann am Ender der Veranstaltung in ihrem Rollstuhl ohne Probleme von der Bühne fahren konnte.
Bei der vergangenen Aktion haben die Sternsinger im Bistum Limburg 1.058.500,93 Euro für Hilfsprojekte gesammelt. Die Aktion Dreikönigssingen ist die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder.

Bild&Text: Bistum Limburg

Foto: Bistum Limburg

Volkstrauertag: Erinnern, um Frieden zu sichern

Die Lektion der Geschichte zu lernen und zu lehren, dazu forderte Limburgs Bürgermeister Dr. Marius Hahn während der zentralen Gedenkfeier der Stadt aus Anlass des Volkstrauertags auf. Die Feier fand wieder auf dem Ehrenfriedhof statt.

Die Lektion der Geschichte: Trotz der Millionen an Toten im Ersten Weltkrieg, der vielen Verwundeten, der Versehrten, des Leids und Elends brach nur 21 Jahre nach dem Ende des Krieges der Zweite Weltkrieg aus, eröffnet mit dem Überfall des Deutschen Reichs auf Polen. Er führte zu einem Vielfachen an Toten, an Zerstörung, Leid und Vernichtung. „Die Gefallenen des Ersten Weltkriegs wurden von den Nationalsozialisten als eine Rechtfertigung für eine ,Vergeltung‘ missbraucht“, machte Hahn in seiner Begrüßung deutlich.

„Nur Versöhnung, Kooperation und Verständigung schaffen die Grundlage für einen dauerhaften Frieden“, ist er überzeugt. Die vergangenen 70 Jahre seien die längste Friedensperiode in der europäischen Geschichte gewesen. „Diese Errungenschaft müssen wir uns bewusstmachen und bewahren, gerade in Zeiten, in denen nationalistisch-fremdenfeindliche Parolen in den Raum klingen“, fordert er in der Gedenkstunde, die der Gesangverein „Eintracht“ Limburg wieder musikalisch begleitete.

„Was sind die richtigen Worte angesichts des Leids?, fragte der emeritierte Weihbischof Gerhard Pieschl in seiner Ansprache zwischen zwei Gedichten, die die Marienschülerinnen Lilly Schlosser und Giulia Wallner vortrugen. Die Stühle, auf denen in der Vergangenheit die Vertreter der Kameradschaft Stalingrad Platz fanden, wiesen große Lücken auf. Darauf machte Pieschl aufmerksam und auf den damit verbundenen Umstand, dass die Zeit- und Augenzeugen immer weniger werden. Um sich zu erinnern, werde die Tradition immer wichtiger. So wie am Volkstrauertag. Das richtige Wort angesichts des Leids? Pieschl zitierte aus den Erinnerungen eines Arztes im Zweiten Weltkrieg, der viel Leid erlebte und einmal einen Soldaten im Gesicht und am Kopf operieren musste, ohne dass eine Narkose möglich war. Das erste Wort des Soldaten war später Danke. Die Worte, mit dem Pieschl seine Ansprache beendete, war das „Vater unser“.

Für die Kameradschaft Stalingrad übernahm Erich Klein die Aufgabe, ein Grußwort zu übermitteln. Der 100-Jährige mahnte, die Versöhnung über alle Gräber hinweg zu suchen. Die Schaffung und Wahrung des Friedens sei eine Aufgabe, die aus dem Leid und Schrecken des Krieges erwachse. Vor der Kranzniederlegung am Ehrenmal, begleitet durch ein Trompetensolo von Johannes Kramer (Kreismusikschule), gedachte Oberstleutnant a.D. Michael Knaack von der Reservistenkameradschaft aller Toten der Kriege und Einsätze sowie den Opfern von Gewalt.

In seiner Verabschiedung forderte Bürgermeister Hahn die Gäste, unter ihnen der Kreisbeigeordnete Heinz Valentin, Stadtverordnetenvorsteher Michael Köberle und Ortsvorsteherin Sigi Wolf, dazu auf, nach dem Gedenken auf dem Ehrenfriedhof auch die Gedenkstätten der russischen und polnischen Soldaten sowie der Heimatvertriebenen zu besuchen.

Quelle: Stadtverwaltung Limburg


Foto: Stadtverwaltung Limburg

Sonntag, 18. November 2018

Die peinliche Posse um das "Westerwaldlied"...

...hatte vergangene Woche ihren Höhe- bzw. Tiefpunkt erreicht, als der SPD-Bundesvorstand höchstselbst (Nahles, Stegner&Co) das Lied als "Wehrmachtslied" bezeichnete und - denkt man diese Argumentation zu Ende - damit insinuierte, dass es nicht mehr gesungen werden sollte.

Zur Erinnerung: Ein paar Mitglieder der Jungen Union hatten die inoffizielle Hymne des Westerwaldes in einer Berliner Kneipe anlässlich einer Gebrutstagsfeier angestimmt. Das Problem: Sie sangen am 9.11. und eine Tischnachbarin, die zuvor anlässlich des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht deportierter Juden gedacht hatte und sich in der Kneipe besinnen wollte, fühlte sich dadurch gestört. Sie filmte die jungen Leute beim Singen und verbreitete das Video ohne deren Einwilligung. Von da an nahm die "Affäre" ihren Lauf.

Wir haben daraufhin die Vorsitzenden der demokratischen Parteien im Landkreis angeschrieben und um Beantwortung eines kurzen Fragenkataloges zum Thema gebeten. Die erste Antwort trudelte schnell ein. Andreas Hofmeister, Mitglied des Hessischen Landtages und CDU-Kreisvorsitzender, äußert sich so:

1) Ist das Westerwaldlied ein "Wehrmachtslied"?
 
Hofmeister: Nein.

2) Darf das Westerwaldlied gesungen werden?
 
Hofmeister: Ja.

3) Wenn es Ihrer Ansicht nach überhaupt nicht oder nicht an bestimmten Tagen gesungen werden darf: Warum nicht bzw. an welchen Tagen darf es nicht gesungen werden? (bitte aufzählen: 9.11. 27.1., 20.4., 8.5. etc.)
 
Hofmeister: Siehe 1. und 2., eine gewisse Grundsensibilität zum Verhalten im öffentlichen Raum sollte man jedoch voraussetzen können.

4) Glauben Sie, dass die Einlassung der Bundes-SPD zu diesem Thema die Wahlchancen der Sozialdemokraten erhöht?
 
Hofmeister: Das sollen die Bürgerinnen und Bürger bei zukünftigen Wahlgängen bewerten.

5) Wie stehen Sie dazu, dass die inoffizielle SPD-Hymne "Wann wir schreiten Seit an Seit" auf S. 45 des SS-Liederbuches zu finden ist? Ist das Lied damit ein "SS-Lied"?
 
Hofmeister: Ich gönne der SPD weiterhin ihre Hymne.

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