Mit einem feierlichen Requiem, das von Dompfarrer
Gereon Rehberg zelebriert wurde, haben seine Familie und unzählige Freunde Abschied
von Dr. Klaus Wolf genommen. In ihren Nachrufen zeichneten Michael Stanke (für
die städtischen Gremien), Marion Schardt-Sauer (Kolpingfamilie), Peter Meurer
(Rauchclub) sowie Matthias Roßbach (für den Abiturjahrgang 1974) das Leben dieses
unglaublich engagierten, herzlichen und facettenreichen Menschen nach. Engagierter
Kommunalpolitiker, begnadeter Büttenredner, Familienmensch und stolzer Opa,
erfolgreicher Anwalt, wandelndes Limburg-Lexikon, fleißiger Vereinsmensch,
unermüdlicher Scherzkeks, geselliger Stammtischbruder, unterhaltsamer
Stadtführer, aktiver Katholik, kenntnisreicher Lokalhistoriker - und nicht
zuletzt ein sehr guter Freund: all das war Dr. Klaus Wolf, der vor zwei Wochen überraschend
verstorben ist.
Klaus Wolf wurde 1954 geboren. Sein bemerkenswerten
Fähigkeiten waren sicher auch der Tatsache geschuldet, dass er seit einer
Maserninfektion im Kindesalter mit einem stark eingeschränkten Sehvermögen bis
hin zur späteren Erblindung zu kämpfen hatte. Er war Messdiener, besuchte die
Tilemannschule und fand früh zur Jungen Union Limburg (deren Vorsitzender er
wurde) und in die Kommunalpolitik. Schon in jungen Jahren war er Mitglied des Magistrats,
später führte er die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung. Klaus
Wolf gehörte zu den (zu) wenigen Christdemokraten, die bereits in den 1970er
und 1980er Jahren die Bedeutung der ökologischen Frage für die
Zukunftsfähigkeit der westlichen Gesellschaften erkannten. Es verwundert daher
nicht, dass er schon früh das Gespräch mit den sich damals gerade (auch in
Limburg) etablierenden Grünen suchte.
Eine weitere große Leidenschaft Klaus
Wolfs war die Lokalgeschichte. Schon seine rechtshistorische Doktorarbeit
(„Privatrecht, Prozessrecht und Notariat der Stadt Limburg im Mittelalter“)
befasste sich damit, und der Erforschung der Limburger Vergangenheit widmete er
auch danach einen großen Teil seiner Freizeit. Besonders angetan hatte es ihm die
Wirtschafts- und dabei insbesondere die Unternehmensgeschichte. Dazu besaß er
einen reichhaltigen Fundus, und das auf zweierlei Weise. Zum einen führte er
ein großes (analoges und digitales) Archiv mit unzähligen Objekten und
Schriftstücken, zum anderen war er selbst ein wandelndes Archiv und konnte auf
eine schier unermessliche Menge an in seinem Gedächtnis gespeicherten Daten und
Anekdoten zurückgreifen. Sein enormes Wissen teilte er gerne seinen Mitmenschen,
insbesondere in Form von kurzweiligen Vorträgen und Stadtführungen, mit denen
er auch Laien – immer mit viel Humor – ein Verständnis der historischen
Zusammenhänge ermöglichte.
Seinen großen Sinn für Humor stellte
Klaus Wolf nicht nur bei der Vermittlung der Stadtgeschichte, sondern auch als
Büttenredner in den Kappensitzungen des Rauchclubs unter Beweis. Auch dort
stellte er eine Verbindung zur Stadtgeschichte her, indem er in historische
Rollen schlüpfte und darin nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die
Gegenwart spitzfindig aufs Korn nahm. Der Rauchclub als ursprünglich
katholischer Fastnachtsverein ist eng mit der Kolpingfamilie verbunden, die
ebenfalls – wie die Domgemeinde – von Klaus Wolfs unermüdlichem Engagement
profitierte. In diesen Tätigkeiten konnte der Rechtsanwalt (er hatte in Gießen
Jura studiert) insbesondere seine profunden Kenntnisse des Miet- und
Immobilienrechts für die Allgemeinheit einsetzen.
Mit Klaus Wolf verlässt
uns ein wahres Original, wie Rauchclubpräsident Peter Meurer es zurecht
formuliert hat. Nicht nur seine Familie, sondern sehr viele Limburger haben
Grund zur Trauer. Klaus Wolf wird uns fehlen.

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