Mittwoch, 20. August 2025

Abschied von Dr. Klaus Wolf

Mit einem feierlichen Requiem, das von Dompfarrer Gereon Rehberg zelebriert wurde, haben seine Familie und unzählige Freunde Abschied von Dr. Klaus Wolf genommen. In ihren Nachrufen zeichneten Michael Stanke (für die städtischen Gremien), Marion Schardt-Sauer (Kolpingfamilie), Peter Meurer (Rauchclub) sowie Matthias Roßbach (für den Abiturjahrgang 1974) das Leben dieses unglaublich engagierten, herzlichen und facettenreichen Menschen nach. Engagierter Kommunalpolitiker, begnadeter Büttenredner, Familienmensch und stolzer Opa, erfolgreicher Anwalt, wandelndes Limburg-Lexikon, fleißiger Vereinsmensch, unermüdlicher Scherzkeks, geselliger Stammtischbruder, unterhaltsamer Stadtführer, aktiver Katholik, kenntnisreicher Lokalhistoriker - und nicht zuletzt ein sehr guter Freund: all das war Dr. Klaus Wolf, der vor zwei Wochen überraschend verstorben ist.
 
Klaus Wolf wurde 1954 geboren. Sein bemerkenswerten Fähigkeiten waren sicher auch der Tatsache geschuldet, dass er seit einer Maserninfektion im Kindesalter mit einem stark eingeschränkten Sehvermögen bis hin zur späteren Erblindung zu kämpfen hatte. Er war Messdiener, besuchte die Tilemannschule und fand früh zur Jungen Union Limburg (deren Vorsitzender er wurde) und in die Kommunalpolitik. Schon in jungen Jahren war er Mitglied des Magistrats, später führte er die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung. Klaus Wolf gehörte zu den (zu) wenigen Christdemokraten, die bereits in den 1970er und 1980er Jahren die Bedeutung der ökologischen Frage für die Zukunftsfähigkeit der westlichen Gesellschaften erkannten. Es verwundert daher nicht, dass er schon früh das Gespräch mit den sich damals gerade (auch in Limburg) etablierenden Grünen suchte.
 
Eine weitere große Leidenschaft Klaus Wolfs war die Lokalgeschichte. Schon seine rechtshistorische Doktorarbeit („Privatrecht, Prozessrecht und Notariat der Stadt Limburg im Mittelalter“) befasste sich damit, und der Erforschung der Limburger Vergangenheit widmete er auch danach einen großen Teil seiner Freizeit. Besonders angetan hatte es ihm die Wirtschafts- und dabei insbesondere die Unternehmensgeschichte. Dazu besaß er einen reichhaltigen Fundus, und das auf zweierlei Weise. Zum einen führte er ein großes (analoges und digitales) Archiv mit unzähligen Objekten und Schriftstücken, zum anderen war er selbst ein wandelndes Archiv und konnte auf eine schier unermessliche Menge an in seinem Gedächtnis gespeicherten Daten und Anekdoten zurückgreifen. Sein enormes Wissen teilte er gerne seinen Mitmenschen, insbesondere in Form von kurzweiligen Vorträgen und Stadtführungen, mit denen er auch Laien – immer mit viel Humor – ein Verständnis der historischen Zusammenhänge ermöglichte.
 
Seinen großen Sinn für Humor stellte Klaus Wolf nicht nur bei der Vermittlung der Stadtgeschichte, sondern auch als Büttenredner in den Kappensitzungen des Rauchclubs unter Beweis. Auch dort stellte er eine Verbindung zur Stadtgeschichte her, indem er in historische Rollen schlüpfte und darin nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart spitzfindig aufs Korn nahm. Der Rauchclub als ursprünglich katholischer Fastnachtsverein ist eng mit der Kolpingfamilie verbunden, die ebenfalls – wie die Domgemeinde – von Klaus Wolfs unermüdlichem Engagement profitierte. In diesen Tätigkeiten konnte der Rechtsanwalt (er hatte in Gießen Jura studiert) insbesondere seine profunden Kenntnisse des Miet- und Immobilienrechts für die Allgemeinheit einsetzen.
 
Mit Klaus Wolf verlässt uns ein wahres Original, wie Rauchclubpräsident Peter Meurer es zurecht formuliert hat. Nicht nur seine Familie, sondern sehr viele Limburger haben Grund zur Trauer. Klaus Wolf wird uns fehlen.
 

 

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