Mittwoch, 9. September 2026

Bildungssystem: Mehr Ehrlichkeit in der Leistungsbewertung!

Seit Jahrzehnten steigt der Anteil der Abiturienten an allen Schulabgängern ebenso wie die Zahl der Einser-Abiturienten, und auch die Durchschnittsabinote hat eine positive (wenn auch in den letzten Jahren etwas gebremst) Tendenz. Die Noteninflation ist auch an den anderen Schulformen zu beobachten.
 
Allein, diese Wissens- und Kompetenzexplosion kommt nicht so richtig in den Hörsälen und Berufsschulklassenzimmern der Republik an. Dozenten in den Hochschulen, Meister in den Ausbildungsbetrieben und Lehrer im berufsbildenden Sektor können ein Lied davon singen. Und auch die Ergebnisse internationaler Vergleichsstudien kommen (bei aller methodischen Kritik) mehr oder weniger unisono zu ebenso anderslautenden wie eindeutigen Ergebnissen, siehe die aktuelle PISA-Studie.
 
Vielleicht braucht unser Bildungssystem nicht unbedingt mehr Geld und ständig neue Schulgesetze, sondern zunächst einmal die Rückkehr zur Ehrlichkeit in der Leistungsbewertung. 
 

 
 
 

Montag, 7. September 2026

35 Jahre Jugendmagazin "UnSZENsieErt"

Heute ein zeitgeschichtlicher Beitrag, genauer ein Beitrag zur regionalen Pressegeschichte. Vergangene Woche habe ich dem Stadtarchiv Limburg eine Sammlung fast aller Ausgaben des Jugendmagazins „UnSZENsieErt“ übergeben. Ich war allerdings nur der Überbringer des Schatzes, der edle Spender heißt Dirk Fredl. Er war auch damals ständiger Mitarbeiter und hat viele Artikel zu dem Blatt beigesteuert.
UnSZENsieErt erschien in der abgebildeten Form (nämlich in einem Magazin-Format) von Mai 1991 bis Juli 1995 monatlich. In der Sammlung, um die es hier geht, fehlen die erste Ausgabe sowie die Ausgaben Juli 1994 und Oktober 1994. Wer hier überzählige Exemplare hat, kann diese Lücken gerne füllen helfen, indem er sie dem Stadtarchiv übergibt. Nach der Magazin-Phase gab es noch einige Zeit lang Ausgaben auf klassischem Zeitungspapier. Ein Heft kostete zunächst 1,20 DM, dann ab 1993 2,00 DM. Initiatoren und Verantwortliche der ersten Stunde waren Andreas Nattermann und Frank Freiberger (der auch als Gründungs-Chefredakteur fungierte). Später übernahm Udo Zöllner als „Verleger und Herausgeber“ eine führende Rolle.
 
UnSZENsieErt war ein Graswurzelprojekt, das eine Lücke in der Presselandschaft füllen sollte: Man wollte Jugendlichen und jungen Erwachsenen und ihren Anliegen ein Forum bieten. Der Schwerpunkt lag folglich auf „jungen Themen“, insbesondere solchen mit (im weiteren Sinne) Kulturbezug. Entsprechend gab es in jeder Ausgabe Kinotipps, einen umfangreichen Überblick über lokale und regionale kulturelle Veranstaltungen, Kurzgeschichten, Straßenumfragen (z.B. „Sollen Frauen sich schminken?“) und Testberichte (McDonald’s in Heiligenroth, Eiscafés, Schwimmbäder, Grillhütten, DJs etc.).
 
UnSZENsieErt war aber deutlich mehr als nur ein jugendzentriertes Infoblättchen. Das Magazin hatte erkennbar einen journalistischen Anspruch, und zwar einen hohen. Dabei muss man etwas darüber hinwegsehen, dass die Redaktion die Bedeutung des Satzes „Sex sells“ sehr gut verstanden hatte. Kaum ein Heft kommt ohne Schlagzeilen wie „Lüstlinge im Krankenhaus: die Krankenschwester als Sexobjekt“, „Die Lust an der Strippe: Telefonsex erobert die Provinz“ oder „Interview: Callboy in Limburg“ aus.
 
Hinter der oft reißerischen Fassade stecken aber fast immer gut recherchierte, ordentlich formulierte und recht ausgewogene Texte, die auch schwierige Themen nicht scheuen: sexueller Missbrauch von Kindern, Essstörungen, Abtreibung, Umgang mit körperlich oder geistig Behinderten, Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen – die Liste ließe sich fortsetzen.
 
Über manche Fragen ist die Zeit hinweggegangen („Ist mein Sohn schwul?“, „Ist Heiraten noch zeitgemäß?“), manchmal hätte man sich im Rückblick aber eine etwas restriktivere Herangehensweise gewünscht, zum Beispiel wenn die weltbewegende Frage „Wer hat den schönsten Po“ (Leser konnten Bilder einsenden) mit dem Foto eines etwa zweijährigen nackten Kindes bebildert wird. Auch würde man heute (zu Recht) 15-, 14- und sogar 13-jährigen Mädchen keine privaten bis intimen Fragen mehr stellen und die Antworten dann mit den Fotos und Namen der Interviewten abdrucken.
 
In die Niederungen der (Kommunal-)Politik bewegte sich das Blatt eher selten – und sprach dabei unter anderem Probleme an, die bis heute aktuell sind, zum Beispiel: „Zukunft der Limburger Innenstadt: vertreiben die hohen Parkgebühren die Kunden?“
 
Manchmal muss man schmunzeln, zum Beispiel wenn man folgende Schlagzeile liest: „Rollenspiele - der neue Trend: Mentales Abenteuer oder gefährliches Vergnügen?“ Auch die Techniktipps (3,5 vs. 5,25 Zoll-Disketten, 9-Nadel-Drucker) lassen einen innerlich grinsen. Und last but not least lässt UnSZENsieErt Erinnerungen wach werden – an Kneipen, die es (so) nicht mehr gibt (Wicküler, Kanapee, Railys, Kneipendorf in den City-Arkaden mit dem Murphy’s und der Berliner Kneipe), sowie an legendäre Diskotheken (Easy, Anyway, Why Not, Pearls) sowie ihr trauriges Ende (Extra in Koblenz).
 
Für jüngere Generationen intellektuell kaum zugänglich dürfte die Rubrik „Wer grüßt wen?“ sein. Dazu eine Kostprobe: „Der mit der Rose tanzt wünscht dem Prinzen Purzel viel Glück, einen tollen Frühling und hunderttausend Schmuseküsschen.“
 

 
 

Donnerstag, 27. August 2026

Dr. Marius Hahn: Respekt, Dank und ein kleines bisschen Kritik

Dr. Marius Hahn, seit 2015 Bürgermeister von Limburg, tritt bei der nächsten Wahl im Jahr 2027 nicht mehr an. Er will sich beruflich neu orientieren. Das habe, so seine Mitteilung, damit zu tun, dass man als Bürgermeister immer im Dienst, immer ansprechbar sei; er wolle „wieder ein Stück persönliche Freiheit […] gewinnen, wieder als Marius Hahn in der Stadt unterwegs sein […] können.“ Das ist verständlich. Der Job des Bürgermeisters kennt weder einen 8-Stunden-Tag noch eine 40-Stunden-Woche noch eine 5-Tage-Woche. Bürgermeister arbeiten bis zu 50 Wochen im Jahr, bis zu 16 Stunden am Tag und so gut wie immer sieben Tage je Woche, denn irgendetwas ist immer.
 
Marius Hahn gebührt deshalb Respekt und Dank für das, was er in den vergangenen elf Jahren für unsere Stadt geleistet hat. Über vieles kann man sicher trefflich streiten, nicht alles ist optimal gelaufen – aber in der Gesamtbilanz muss man sagen: Wir können und sollten alle dankbar dafür sein, dass es Menschen gibt, die solche Aufgaben übernehmen. Lob gibt es da selten, dafür aber reichlich Kritik – und diese Kritik schlägt oft in Ablehnung der handelnden Personen, manchmal sogar Hass um. Wie andere Kommunalpolitiker auch, hat Marius Hahn das nicht zuletzt erleben müssen, als die sogenannten Tierschützer im Zuge der Diskussion über die Limburger Taubenpopulation eine Welle von Hass und Gewalt ausgelöst haben – bis hin zu Morddrohungen gegen den Bürgermeister.
 
Nach so viel Respekt und Dank muss aber dann doch Platz für zwei Kritikpunkte sein: Marius Hahn dankt in seinem Verzichtsschreiben der „SPD als Partei meiner politischen Heimat“. Wer die vergangenen Wahlen verfolgt hat, reibt sich verwundert die Augen – hatte Dr. Hahn nicht immer als (angeblich) parteiloser Kandidat auf dem Wahlzettel gestanden? Und dann gibt es noch eine Sachfrage, die wir dem Bürgermeister nicht verzeihen können, nämlich die Verlagerung des Rathauses auf die grüne Wiese am Stadtrand in die ehemalige Mundipharma-Zentrale. Damit wurde der Standort Innenstadt massiv geschwächt. Wie verheerend das ist, zeigen die aktuellen Diskussionen über die Karstadt-Filiale und die Zukunft dieses Teils der Fußgängerzone.
 
Aber sei’s drum: Danke, Marius Hahn!
 

 

Bürgermeisterwahl Limburg: Richard Eisenbach (CDU) tritt an

Die Limburger CDU hatte sich ganz schön Zeit gelassen: Schon in etwas zehn Monaten, am 6. Juni 2027, wird der Limburger Bürgermeister für die Amtsperiode 2027-2033 gewählt. Trotzdem war von den Christdemokraten lange nichts zum Thema Kandidatenaufstellung zu hören. Das hat sich jetzt geändert: Der CDU-Vorstand hat gestern Abend entschieden, den Finanz- und Steuerexperten Richard Eisenbach ins Rennen zu schicken. Nachdem Dr. Marius Hahn (SPD) gestern seinen Verzicht auf eine weitere Kandidatur erklärt hatte, ist Eisenbach derzeit der einzige Aspirant auf den Chefposten im Rathaus.

Richard Eisenbach kann nicht nur auf herausgehobene Funktionen in der Kommunalpolitik verweisen, sondern auch auf umfangreiche Berufs- und Führungserfahrung sowohl in der öffentlichen Verwaltung als auch in der Privatwirtschaft. Mit welcher Strategie sie in den Wahlkampf ziehen, wollen Eisenbach und die CDU in Kürze bekanntgeben. Eisenbach ist nach Michael Stanke (2015) und Stefan Laux (2021) der dritte Kandidat, den die Limburger CDU seit dem Ende der Ära Martin Richard (CDU, Bürgermeister 1997-2015) ins Rennen schickt.

Zur Person: Richard Eisenbach ist 55 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er lebt mit seiner Familie in der Limburger Südstadt, ist aber selbst in Eschhofen, dem Heimatort seines Vaters, aufgewachsen. 1990/91 war er Kirmesbursche. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie, er reist und fotografiert gerne und ist sportlich aktiv (Schwimmen, Radfahren, Tauchen, Joggen, Wandern). Außerdem betätigt er sich im sozialen Bereich, unter anderem als Vorsitzender von "Vincenz TV".

Eisenbach hat nach der Schule zunächst eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten absolviert. Anschließend begann er ein duales Studium (Verwaltungsfachhochschule in Rotenburg an der Fulda, Abschluss: Diplom-Finanzwirt) für den gehobenen Dienst der hessischen Finanzverwaltung. Nach mehreren Jahren in der Finanzverwaltung absolvierte er das Steuerberaterexamen, wechselte als Senior-Steuerspezialist zunächst in den Zentralen Stab Bilanzen und Steuern der Commerzbank und von dort in die Konzernsteuerabteilung der KfW-Bankengruppe, wo er bis zum vergangenen Jahr als Senior-Steuerreferent tätig war. Seit 2018 ist Eisenbach „Chief Financial Officer“ (=Finanzvorstand) und Prokurist der KfW Capital, einer Tochter der KfW-Bankengruppe. Diese investiert mit einem öffentlichen Förderauftrag in deutsche und europäische Risikokapitalfonds, um deren Kapitalbasis zu stärken.

Richard Eisenbach ist in einem sozial und politisch äußerst engagierten Elternhaus aufgewachsen. Dort wurde schon früh sein politisches Interesse geweckt, er trat in die Junge Union und die CDU ein und ist – nach einem Intermezzo im Ortsbeirat – seit 2010 Stadtverordneter. In der Stadtverordnetenversammlung leitet er die CDU-Fraktion, zudem ist er Vorsitzender des bedeutenden Haupt- und Finanzausschusses.
Sein beruflicher Hintergrund bringt es mit sich, dass ihm in der Limburger Kommunalpolitik in Sachen Finanzen und Steuern niemand auch nur annähernd das Wasser reichen kann.

Bei all seinem Engagement ist Eisenbach aber kein reiner Parteisoldat. Er nimmt sich die Freiheit, eine eigene Meinung nicht nur zu haben, sondern auch zu äußern – auch wenn es nicht zur Parteilinie der CDU passt.

 

Mittwoch, 26. August 2026

Fragen und Antworten zur Domsanierung

Die Dom-Sanierung beginnt - und soll bis 2030 dauern. Hier einige interessante Fragen und Antworten:
 
Wieso saniert das Land Hessen den Limburger Dom?
 
Für den Georgsdom existiert eine sogenannte Baulastverpflichtung des Landes Hessen. Diese beruht auf einem Vertrag des Landes Hessen mit den Katholischen Bistümern in Hessen aus dem Jahr 1963. Die gleiche Regelung gilt für den Dom zu Fulda sowie – aufgrund eines Vertrags des Landes Hessen mit den Evangelischen Landeskirchen in Hessen von 1960 – für die Elisabethkirche und die Universitätskirche in Marburg.
 
Wer ist seitens des Landes Hessen für die Baulastverpflichtungen zuständig?
 
Auf der Ebene der Landesregierung werden die Baulastverpflichtungen für diese vier Kirchen, bei denen es sich um hessische Baudenkmäler allerhöchsten Ranges handelt, im Hessischen Kultusministerium betreut. Das Kultusministerium ist für die Regelung der Rechtsbeziehungen zwischen Staat und Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften zuständig. Alle übrigen ehemaligen Baulastverpflichtungen des Landes Hessen an kirchlichen Gebäuden sind seit 1960 bzw. 1963 abgelöst.
 
Wer ist an den Arbeiten am Limburger Dom beteiligt?
 
An der Baumaßnahme beteiligt sind unter anderem das Domkapitel Limburg und das Diözesanbauamt. Planung und Projektleitung übernimmt der LBIH. Dem vom LBIH beauftragten Architekten werden Vermesser, Tragwerksplaner, restauratorische Fachbauleitung, Bauforscher, Holz-, Glas und Dachgutachter sowie Fachplaner für Elektro- und Blitzschutz zur Seite gestellt.
 
Wie lange soll die Sanierung andauern?
 
Der sorgsame Umgang mit dem Baudenkmal erfordert ein abgestimmtes Zusammenspiel von vielfältigen Fachdisziplinen. Nach heutiger Planung sollen die Arbeiten im Jahr 2030 abgeschlossen sein.
 
In wie viele Bauabschnitte ist die Maßnahme aufgeteilt?
 
Die Arbeiten beginnen mit dem ersten Bauabschnitt an der Westgruppe, also im Bereich des Hauptportals des Georgsdoms. Daran anschließend gibt vier weitere Bauabschnitte – vom Vierungsturm über die Querhäuser, das Langhaus bis zur Ostgruppe. Insgesamt werden von rund 3.400 Quadratmeter Dachfläche und weitere 6.900 Quadratmeter Fassadenfläche bearbeitet.
 
Quelle: Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen 



Sonntag, 5. Juli 2026

Parkstraße Limburg: Mehr als die Hälfte der Parkplätze fällt weg

Die Parkplätze in der Parkstraße in Fahrtrichtung links (auf unserem Foto rechts) sollen wegfallen. Das hat der Magistrat beschlossen. Ziel ist, eine durchgängige Befahrbarkeit für Radfahrer (auch gegen die Fahrtrichtung der Einbahnstraße) sicherzustellen, ohne dass es zu gefährlichen Begegnungen mit Kraftfahrzeugen kommt. Gleichzeitig ist das Ziel, den Bussen der Stadtlinie eine bessere Befahrbarkeit der Sraße zu ermöglichen. Für die Anwohner sollen als Ersatz die 15 Parkplätze an der IHK als Anwohnerparkplätze ausgezeichnet werden. 


 

Montag, 29. Juni 2026

Der Limburger CDU-Bürgermeisterkandidat wird kein Seiteneinsteiger sein!

Gestern haben wir hier veröffentlicht, wen die CDU nach Ansicht der Google-KI in das Rennen um den Chefposten im Limburger Rathaus schicken könnte. Gemini hat vier Namen aufgelistet, auf die – KI-typisch – man als Erstes kommen würde: Stanke, Wendel, Eisenbach, Muth. Gefragt, wer neben diesen vier Personen auch noch in Frage kommt, konnte Gemini nur – ebenfalls KI-typisch – nur Murks produzieren. Es zeigt sich einmal mehr, dass die natürliche der künstlichen „Intelligenz“ überlegen ist, sobald Sachverhalte zu klären sind, die Einblicke jenseits des digital Verfügbaren erforderlich machen.

Die CDU Limburg hat über die (vierköpfige) erste Reihe hinaus eine ganze Reihe von Persönlichkeiten zu bieten, die nicht nur eine gute Chance hätten, die Wahl zu gewinnen, sondern anschließend auch sehr fähige Bürgermeister wären. Mehrere dieser Persönlichkeiten sind in den Reihen der Ortsvorsteher (und -innen, das ist hier nicht unwichtig) zu finden, einige sind erfolgreiche Unternehmer, wieder andere profilierte Nachwuchspolitiker.

Entschieden ist wohl, dass es diesmal – anders als 2021 – kein „Seiteneinsteiger“ sein wird. Wir können davon ausgehen, dass der Kandidat mindestens seit mehreren Jahren, teils sogar seit zwei Jahrzehnten, kommunalpolitische Mandate innehat und die Themen der Stadtpolitik sehr gut kennt. Was nicht weniger wichtig ist: Erfahrung mit dem Innenleben einer Partei wie der CDU und den Mechanismen der kommunalpolitischen Auseinandersetzung. Die (weit überwiegend ehrenamtliche) Kommunalpolitik funktioniert anders als eine Verwaltung oder ein Unternehmen. Entscheidungen werden „Bottom-Up“ getroffen, Minderheiten müssen „mitgenommen“ werden, Beschlüsse sind ausführlich und immer wieder zu kommunizieren. Die kommunale Demokratie ist eine mühsame Angelegenheit, nur selten wird der direkte Weg zum Ziel genommen.

 


 

Sonntag, 28. Juni 2026

Das sagt Google Gemini zum Bürgermeisterkandidaten der CDU

Blickt man auf die vergangenen Jahre und die aktuelle Struktur der Limburger CDU, gibt es eine Reihe von Akteuren, die das politische Geschehen der Stadt maßgeblich prägen. Ein qualifizierter Bürgermeisterkandidat benötigt in der Regel eine Kombination aus langjähriger kommunalpolitischer Erfahrung und beruflicher Führungskompetenz (Verwaltung, Wirtschaft oder Recht).
Unter diesen Gesichtspunkten stechen vor allem vier Christdemokraten hervor, die das notwendige Profil für eine Kandidatur im Jahr 2027 mitbringen:
 
1. Michael Stanke (Erster Stadtrat): Als hauptamtlicher Erster Stadtrat ist er seit vielen Jahren der direkte Stellvertreter des amtierenden Bürgermeisters im Limburger Magistrat. Er lenkt im Rathaus zentrale Dezernate wie das Bauamt und das Ordnungsamt. Im Frühjahr 2022 wurde er vom Stadtparlament für eine dritte Amtszeit wiedergewählt. Durch seine jahrzehntelange Arbeit direkt an der Spitze der Limburger Stadtverwaltung verfügt er über das tiefste operative Verwaltungswissen aller denkbaren Kandidaten und kennt die internen Abläufe im Rathaus lückenlos.
 
2. Christian Wendel (Landtagsabgeordneter & Stadtverbandsvorsitzender): Wendel ist das politische Gesicht der Limburger CDU nach außen. Er fungiert als Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Limburg und führt zudem die CDU-Fraktion im Kreistag von Limburg-Weilburg. Seit Dezember 2022 sitzt er für die Region im Hessischen Landtag. Vor seinem Wechsel in den Landtag war der studierte Betriebswirt (FH) über viele Jahre hinweg als Referats- und Abteilungsleiter im Finanz- und Verwaltungsdezernat des Bistums Limburg tätig. Damit bringt er ausgeprägte ökonomische Führungserfahrung in großen Verwaltungsstrukturen mit.
 
3. Richard Eisenbach (Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament): Eisenbach führt die CDU-Fraktion in der Limburger Stadtverordnetenversammlung als stärkste politische Kraft. Zudem leitet er den wichtigen Haupt- und Finanzausschuss der Stadt. Er ist der strategische Kopf der CDU-Fraktion im täglichen parlamentarischen Betrieb. Eisenbach arbeitet im Hauptberuf als Syndikus-Steuerberater. Diese berufliche Expertise prädestiniert ihn in besonderem Maße für die komplexe kommunale Haushalts- und Finanzpolitik der Kreisstadt. 
 
4. Stefan Muth (Stadtverordnetenvorsteher): Muth bekleidet das protokollarisch höchste Amt der Stadt Limburg. Er wurde im April 2026 einstimmig in seine dritte Wahlperiode als Stadtverordnetenvorsteher gewählt. Er moderiert die Sitzungen des Parlaments und genießt über Parteigrenzen hinweg hohes Ansehen für seine überparteiliche Amtsführung. 
 
Quelle: Google Gemini 
 

 

Samstag, 27. Juni 2026

Zwölf Limburger wollten seit 1997 Bürgermeister werden

Demokratie geht nicht ohne Wahlen, und Wahlen gehen nicht ohne Kandidaten. Deshalb gebührt den Menschen, die seit der Einführung der Direktwahl der Rathauschefs in Hessen als Bürgermeisterkandidaten angetreten sind, Respekt und Anerkennung. Unten eine Auflistung (Der Sieger steht jeweils an erster Stelle).
 
Wer im kommenden Juni auf dem Wahlzettel steht, ist noch nicht bekannt. Die CDU hat noch keinen Kandidaten aufgestellt, und Amtsinhaber Dr. Marius Hahn (SPD) hat sich noch nicht über seine Zukunftspläne geäußert.
 
Die bisherigen Kandidaten:
1997: Martin Richard (CDU), Peter Arnold (SPD), Doris Kniess (unabhängig), Leo Vanecek (Grüne)
2003: Martin Richard (CDU), Ralf Weber (SPD), Andreas Pötz (Grüne), Lothar Grohmann (unabhängig)
2009: Martin Richard (CDU), Dr. Marius Hahn (SPD)
2015: Dr. Marius Hahn (SPD), Michael Stanke (CDU)
2021: Dr. Marius Hahn (SPD), Stefan Laux (CDU), Birgit Geis (Grüne), Maximilian Acht (FDP)
 

 

Freitag, 26. Juni 2026

Bürgermeisterwahl 2027: CDU äußert sich zur Kandidatenfrage

Gestern haben wir hier gefragt, wann denn die Limburger CDU gedenkt, einen Kandidaten für die in weniger als einem Jahr stattfindende Bürgermeisterwahl aufzustellen. Daraufhin hat der Vorsitzende der CDU Limburg-Kernstadt, Tobias Herbst, folgendes Statement abgegeben:
 
"Die CDU befindet sich aktuell noch in Gesprächen mit mehreren potenziellen Bürgermeisterkandidaten. Dass sich mehrere geeignete Personen eine Kandidatur vorstellen können, ist keine Selbstverständlichkeit und bietet die Chance, die bestmögliche Wahl für unsere Stadt zu treffen. Deshalb nehmen wir uns die notwendige Zeit für diesen Prozess. Sobald eine Entscheidung getroffen ist, werden wir diese selbstverständlich bekannt geben und dann wird noch genügend Zeit sein, dass er oder sie sich vorstellt.
In diesem Zug sollte man auch fragen, wann der aktuelle Bürgermeister sich zu seiner Kandidatur (oder auch nicht) äußert, sollte nach der Kommunalwahl geschehen."
 

 

Donnerstag, 25. Juni 2026

Bürgermeisterwahl 2027: Stellt die CDU (k)einen Kandidaten auf?

In weniger als einem Jahr, am 6. Juni 2027, soll die Limburger Bürgermeisterwahl stattfinden. Ob Dr. Marius Hahn noch einmal antritt, hat er bisher offen gelassen. Dass ein Amtsinhaber sich ein bisschen bitten lässt, bevor er seine Kandidatur erklärt, ist nicht ungewöhnlich.
 
Sehr ungewöhnlich hingegen ist, wie viel Zeit sich die CDU dafür nimmt, einen Herausforderer zu benennen. Nach den überlieferten Regeln der Wahlkampfkunst braucht ein Aspirant auf die Rathausspitze mindestens ein Jahr, um sich bei den Wählern so bekannt zu machen, dass er wenigstens eine Chance hat, einen etablierten Bürgermeister (Dr. Hahn ist seit 2015 im Amt) vom Thron zu stoßen. Gerade die bevorstehende Sommerpause wäre eine gute Gelegenheit, mit Vor-Ort-Terminen und intensiver Öffentlichkeitsarbeit auf den CDU-Kandidaten aufmerksam zu machen. Allein, einen solchen gibt es noch nicht.
 
Nach Limblog-Informationen sind mindestens zwei Christdemokraten im Gespräch, die in der Kommunalpolitik etabliert, in Limburg verwurzelt und außerhalb der hauptamtlichen Politik beruflich erfolgreich sind. Daneben kommt auch noch der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Christian Wendel, insbesondere nach seinem sensationell guten persönlichen Ergebnis bei der Kommunalwahl, als „Joker“ in Frage. 
 
Derjenige, der es am Ende wird, tritt in die Fußstapfen von Michael Stanke (CDU-Kandidat 2015) und Stefan Laux (CDU-Kandidat 2021). Für Dr. Marius Hahn wäre es die vierte Bürgermeisterwahl: Vor seinen beiden Siegen 2015 und 2021 ist er 2009 dem damaligen Amtsinhaber Martin Richard unterlegen.



Mittwoch, 27. Mai 2026

Aktuelle Beschlüsse des Ortsbeirates

 Der Ortsbeirat Limburg-Innenstadt hat mit seiner zweiten Sitzung am 26.5. die inhaltliche Arbeit aufgenommen. Hier ein paar Highlights der Beschlüsse:

[1] Das „Paradies“ (=der Grünzug entlang des Großbaches von Blumenrod entlang des Sandweges bis zu Holzheimer Straße, in diesem Fall zzgl. einer Fläche am Stephanshügel) soll aufgewertet werden. Einem entsprechenden Plan des Magistrates stimmte der Ortsbeirat zu. Es wird bessere Wege, schönere Spiel- und Aufenthaltsflächen, eine umfangreichere Beleuchtung und nicht zuletzt – für Limblog das Highlight – eine Teilrenaturierung des derzeit weitgehend verrohrten Großbaches geben. Der Maßnahmenkatalog soll über die kommenden Jahre schrittweise umgesetzt werden.

[2] Im Rahmen des Quartiersprojektes Südstadt bekommt Blumenrod eine „Babbelbank“. Was das ist? Lassen Sie sich überraschen.

[3] In Limburg werden, insbesondere rund um Schulen, Kindergärten, Spielplätze sowie Sportstätten umfangreiche Cannabis-Verbotszonen ausgewiesen. Auch diesem Plan der Stadtverwaltung erteilte der Ortsbeirat seinen Segen.

[4] Der Ortsbeirat bittet den Magistrat, die folgenden Projekte bei der Aufstellung des Haushaltes für 2027 zu berücksichtigen: Neugestaltung des Bischofsplatzes, Teilverschattung des Europaplatzes, Bepflanzung des Kornmarktes, Anlagestellen für Kanu oberhalb des oberen und unterhalb des unteren Wehres, jeweils am Innenstadtufer, Neugestaltung der Grillhütte Blumenrod

 
Alle Beschlüsse fielen in einem breiten parteiübergreifenden Konsens.



Mittwoch, 15. April 2026

Limburg-Kernstadt: Schermert bleibt Ortsvorsteher

Sascha Schermert, der das Amt bereits in der vergangenen Wahlperiode ausgeübt hat, bleibt Ortsvorsteher der Limburger Kernstadt. Das hat der 13-köpfige Ortsbeirat einstimmig entschieden. Parteiübergreifend wurde Schermerts fachkundige, sachorientierte und unparteiische Wahrnehmung des Amtes gelobt. Schermert kündigte in seinen Dankesworten an, weiterhin alles dafür zu tun, dass das kollegiale Miteinander im Ortsbeirat auch in den kommenden Jahren erhalten bleibt.

Der 43-jährige Sascha Schermert, der dem Ortsbeirat seit 2016 angehört, ist ein Vertreter der in der Politik eher seltenen Gattung der selbständigen Handwerksmeister: Als verheirateter Vater von zwei Kindern, ist er Inhaber eines Bestattungsinstitutes und besitzt als Schreiner- und Bestattermeister gleich zwei Meisterbriefe. Außerhalb der Kommunalpolitik engagierte er sich früher beim Deutschen Roten Kreuz sowie der Feuerwehr. Er ist aktiver Sportschütze, begeisterter Sportbootfahrer und leidenschaftlicher Camper.

Zu Schermerts Stellvertretern wurden, ebenfalls einstimmig, Dario Tripoli (SPD) und Jan-Philipp Gürtler (Bündnis90/Die Grünen) gewählt.

 


 

Donnerstag, 2. April 2026

Immobilienpreise im Landkreis bis 2023 real rückläufig?

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Das gilt nicht zuletzt für die Immobilienpreise, die sich auf einem Markt mit vielfältigen strukturellen Besonderheiten bilden. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat es trotzdem gewagt, auf Landkreisebene eine Prognose bis 2035 zu erstellen. Für unseren Landkreis kommt ein jährlicher realer Preisrückgang von bis zu einem Prozent raus. „Real“ bedeutet: nach Abzug der Inflation. Wenn also die Immobilienpreise nominal um zwei Prozent steigen, die Inflationsrate aber 2,5% beträgt, bedeutet das einen Preisrückgang um 0,5%.

 

An ein solches Ergebnis schließen sich natürlich viele Fragen an, zum einen zur Methodik (die auf der Website des Institutes beschrieben wird), zum anderen zu den der Prognose zugrundeliegende Annahmen (beispielsweise bzgl. Migration und Zinsniveau). Ganz generell muss hinterfragt werden, wie sinnvoll solche Zahlen sind, wenn sie weder die Lage noch den Immobilientyp berücksichtigen. Zwar ist eine Prognose auf Landkreisebene schon sehr feingliedrig, aber ein Einfamilienhaus in Möttau aus den 1960er Jahren hat mit einer Neubau-Penthouse-Wohnung in Limburg nur wenig gemeinsam.

 

Trotzdem gilt: Ohne Prognosen sind in der Gegenwart keine Entscheidungen möglich. Die IW-Studie ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, aber trotzdem ein wichtiger Baustein für alle, die sich eine Meinung über den hiesigen Immobilienmarkt bilden wollen.

 

Link: www[PUNKT]iwkoeln[PUNKT]de/studien/pekka-sagner-warum-sich-regionale-maerkte-staerker-auseinanderentwickeln.html

 

 


Mittwoch, 1. April 2026

Baubeginn 1.4.2027: Limburger Priesterseminar wird Wohnpark für Einkommensschwache

In der Limburger Brückenvorstadt tut sich was: Das Bistum Limburg gibt das Priesterseminar auf – in dem Gebäude selbst und auf dem umliegenden Gelände (insgesamt 1,5 Hektar) werden in mehreren Bauabschnitten etwa 140 Wohneinheiten entstehen. Die Wohnungen sollen in erster Linie Einkommensschwachen zur Verfügung gestellt werden. Der Fokus liegt dabei auf Ein-Zimmer-Apartments für Singles und Wohnungen mit vier und mehr Zimmern für Familien. Der erste Spatenstich ist für heute in einem Jahr, also am 1.4.2027, geplant.

 

Ein Sprecher des Bistums teilte mit, die katholische Kirche in Ihrer Gesamtheit, aber insbesondere auch das Bistum Limburg, habe sich in der Vergangenheit allzu oft damit begnügt, gesellschaftliche Probleme per Gremien-Resolution anzuprangern und „die Politik“ bzw. „die Wirtschaft“ dafür verantwortlich zu machen. „Wir waren Resolutionschristen – jetzt wollen wir resolute Christen werden“, so das Bistum in einer Mitteilung wörtlich.

 

Es gebe keinen einzigen nachvollziehbaren Grund dafür, dass eine Institution wie die Kirche Sahnestücke wie die Priesterseminarimmobilie horte. Damit sei jetzt Schluss. Gleichzeitig sollen diejenigen Gebäude, die im Kircheneigentum verbleiben, vermehrt für die Unterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen genutzt werden. Entsprechende Gespräche mit den Sozialministerien von Hessen und Rheinland-Pfalz seien gerade angelaufen. Für die Verhandlungen hat das Bischöfliche Ordinariat eine siebenköpfige Arbeitgruppe mit der Bezeichnung "Projekt Mt 19,21" eingerichtet. Erste Ergebnisse sollen am 15. November 2026 vorliegen.

 


 

Freitag, 27. März 2026

Die derzeitige Diskussion über die Spritpreise ist maßlos übertrieben

Die derzeitige Diskussion über die Spritpreise ist maßlos übertrieben. Sicher gibt es Einzelne, die hart getroffen sind. Das rechtfertigt aber kaum die aktuelle Hysterie. Der Benzinpreis ist inflationsbereinigt auf keinem exorbitant hohen Niveau und die krisenbedingte Differenz zum Normalniveau spielt auch (individuelle Ausnahmen gibt es natürlich) keine besonders große Rolle als Anteil an den Ausgaben der privaten Haushalte. Ein Land, dessen Bewohner ihre Kinder mit dem Auto in die Schule bringen, für um 10 Cent billigeren Joghurt durch den halben Landkreis fahren und die Brötchen sonntags mit dem SUV holen, hat noch viele Möglichkeiten, Sprit zu sparen.
 
P.S.: Das Foto zeigt den täglichen Elterntaxi-Wahnsinn vor einer Limburger Grundschule. Jeder weitere Kommentar erübrigt sich.
 

 

Mittwoch, 18. März 2026

Erinnerung an die Opfer im Dombunker

[Bild&Text: Stadtverwaltung Limburg] 

Am 26. März 1945 erreichten amerikanische Truppen vom Westerwald kommend Limburg, am nächsten Tag endete für die Limburger der Zweite Weltkrieg. Neun Limburger Frauen, Männer und Kinder erlebten dies jedoch nicht mehr, sondern starben am 26. März im Dombunker, in dem sie Schutz gesucht hatten. An ihr Schicksal erinnert nun ein Hinweis auf dem Weg entlang des Mühlkanals der Lahn.

Das Schild steht direkt am Weg und an der Stelle, an der sich an dem dahinterliegenden Felsen der ehemalige und inzwischen verschlossene Zugang zu dem Bunker abzeichnet. Die Hinweistafel auf die neun Toten und die Vorgänge geht auf eine Initiative des kürzlich verstorbenen Günter „Ilo“ Butzbach zurück. Die Kosten für die Tafel hat der Ortsbeirat für die Limburger Kernstadt übernommen, der dafür einen Teil seiner Verfügungsmittel einsetzt.

Der Text auf der Tafel stammt vom Limburger Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker und erinnert an neun Opfer im Alter zwischen drei und 69 Jahren. Die auf der gegenüberliegenden Lahnseite anrückenden Amerikaner waren von einem Polizisten und einem Volkssturmmann vom Friedhof auf dem Domfelsen aus beschossen worden und hatten daraufhin das Feuer erwidert und dabei auch in den Dombunker geschossen.

Die Tafel erinnert an: Agnes Fiebig geb. Duchscherer (41 Jahre), Renate Fiebig (3), Paul Franke (69), Lina Franke geb. Fuckert (64), Else Krauss (35), Hans-Rudolf Müller (15), Margarete Schiefner geb. Gottert (50), Walter Vehling (37) und Jakob Wahl (45). Der Erinnerungstext befindet sich auch mit einer englischen und französischen Übersetzung auf der Tafel. 


 

Montag, 19. Januar 2026

Kommunalwahl Limburg: Freie Wähler und Volt treten an, SPD nicht mehr in Offheim aktiv

Am 15.3.2026 findet die nächste Kommunalwahl statt. Jetzt steht fest, welche Listen an diesem Tag zur Auswahl stehen. Dabei gibt es einige interessante Neuerungen.
 
Dazu zählt zum einen, dass es im linken Spektrum mit Volt einen neuen Mitspieler gibt. Die Partei sieht sich in Frankfurt aktuell Vorwürfen gegenüber, die Grenze zum israelbezogenen Antisemitismus nicht klar genug zu ziehen. Volt tritt zur Stadtverordnetenversammlung sowie zu den Ortsbeiräten der Kernstadt und Offheims an.
 
Die Auswahl der für den Offheimer Ortsbeirat zur Wahl stehenden Listen ist noch aus einem anderen Grund interessant: Die SPD wird am 15. März nicht auf dem Wahlzettel stehen. Das ist eine kleine Sensation, waren die Sozialdemokraten unter ihrem legendären Frontmann Heribert Reitz doch über Jahrzehnte DIE bestimmende Kraft des Stadtteils. 
 
Neben Volt haben auch die Freien Wähler (FW) die politische Bühne unserer Stadt betreten. Sie treten für die Stadtverordnetenversammlung sowie den Ortsbeirat Kernstadt an. Die Freien Wähler (FW) sind nicht zu verwechseln mit der Freien Wählergemeinschaft (FWG), die nur noch in Eschhofen aktiv ist, nachdem sie über Jahrzehnte mit Werner Laux an der Spitze eine herausragende Rolle in der Stadtpolitik gespielt hat. Die FWG ist eine Gruppierung kommunalpolitisch interessierter und engagierter Bürger, die sich vor Ort für ihre Kommune einsetzen möchten. Überörtliche Ambitionen haben solche Freien Wählergemeinschaften in der Regel nicht. Im Gegensatz dazu sind die Freien Wähler (FW) eine Partei, die bundesweit insbesondere wegen ihres Vorsitzenden Hubert Aiwanger bekannt sind. Die FW sind in den Landtagen von Bayern (dort sogar als Regierungspartner) und von Rheinland-Pfalz sowie im Europaparlament vertreten. Dieses Nebeneinander von Freien Wählergemeinschaften und Freien Wählern hat dazu geführt, dass für den Kreistag gleich zwei Listen mit dem Signum „Freie Wähler“(-gemeinschaft) kandidieren. Eine legendäre Szene in „Das Leben des Bryan“ lässt grüßen…
 

 

Samstag, 10. Januar 2026

Stadtverordnetenwahl vor 80 Jahren

Am 27. Januar vor 80 Jahren fanden die ersten Kommunalwahlen nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Für die Stadtverordnetenversammlung von Limburg (damals noch ohne Stadtteile) stellten die CDU, die SPD und die KPD eine Liste auf. Vor den Wahlen gab es auch Wahlkampfveranstaltungen. Zu den beiden Archivfundstücken folgende Anmerkungen:

[1] Von den 52 Kandidaten waren fünf weiblich (3 CDU, je 1 SPD und KPD). Eine davon, die CDU-Kandidatin Josefine Büttner, war beruflich als „Auslands-Korrespondentin“ tätig. Die anderen geben als Tätigkeit Verkäuferin, Hausfrau, Ehefrau und ohne Beruf an. Bei den männlichen Kandidaten fallen ein Flurhüter und ein Feldhüter auf. Zu den Berufen, die es heute nicht oder kaum mehr gibt, gehören ein Formermeister und ein Polstermeister.

[2] Die Berufsverteilung auf die drei Listen folgt dem, was man erwarten würde: Bei der CDU sind – neben Handwerkern, Arbeitern und Angestellten – auch Handwerksmeister und kaufmännische Führungskräfte (Bankdirektor, Kaufmann, Prokurist) gut vertreten. Im Gegensatz dazu stellt die KPD ausschließlich Handwerker und Arbeiter sowie eine Kandidatin ohne Beruf auf. Die SPD-Liste liegt dazwischen. Sie hat Handwerker (darunter einen Meister) und Arbeiter zu bieten, aber auch einige öffentlich Bedienstete.

[3] Der Akazienweg hieß noch Käsbachstraße, benannt nach dem Bach, der von Dietkirchen kommend an Globus vorbei und unter der Autobahnbrücke durch, kurz dem Ansper folgend dann entlang des heutigen Akazienwegs in den an dieser Stelle etwas südlich der Westerwaldstraße verlaufenden Lahnarm mündete. Heute fließt der Käsbach verrohrt vom Ansper aus unter der Weilburger Straße in die Lahn.

[4] Die Adresse „Siedlung 15“ (SPD-Kandidat Josef Neidlinger) kann ich nicht zuordnen. Ich weiß nur, dass der heutige Bereich Akazienweg/In der Bitz früher in der Brückenvorstadt „Die Siedlung“ genannt wurde.

[5] Bei der Einladung zur SPD-Veranstaltung sticht der Satz „Der Saal ist beheizt“ ins Auge.
 




 
 
 

Samstag, 1. November 2025

Demokratischer Neubeginn vor 80 Jahren

Zum 80. Geburtstag darf man der CDU Limburg und zum 80. Jahrestag der Wiedergründung der SPD Limburg gratulieren. Die abgebildeten Dokumente der amerikanischen Besatzungsbehörde zeigen, dass die beiden Parteien Ende Oktober 1945 auf der Bildfläche der Limburger Politik erschienen, wobei der Begriff „Limburg“ dabei nicht unbedingt nur die Stadt, sondern auch den damaligen Kreis Limburg umfasste.